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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Herzogtum Holstein bis 1867

Abt. 101: Landschaft Norderdithmarschen

Geschichte

Das Gebiet Dithmarschens ist zwischen Nordsee, Eider und Elbe gelegen und hatte lange Zeit als sogenannte freie Bauernrepublik einen besonderen Status. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das Dithmarscher Landrecht aufgezeichnet, und es wurde ein Obergericht geschaffen mit 48 auf Lebenszeit eingesetzten Richtern. Diese entwickelten sich zum eigentlichen Selbstverwaltungsorgan der entstehenden Bauernrepublik Dithmarschen. Vor allem im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Dithmarschen von Wohlstand der großbäuerlichen Oberschicht, hohem Selbstbewusstsein und faktisch weitgehender Unabhängigkeit gekennzeichnet. Gewaltsame Unterwerfungsversuche scheiterten wiederholt. So besiegten die Dithmarscher im Jahr 1500 in der Schlacht bei Hemmingstedt ein dänisch-schleswig-holsteinisches Heer. Der nächste Einmarsch dänisch-schleswig-holsteinischer Truppen, die sogenannte Letzte Fehde, konnte dann allerdings 1559 von den Dithmarschern nicht mehr aufgehalten werden. Nach der Eroberung wurde Dithmarschen in drei Teile geteilt: Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf erhielt den nördlichen, sein in Hadersleben regierender Bruder Johann den mittleren und König Friedrich II. von Dänemark den südlichen Teil. Nach dem Tod Johanns teilten Adolf und Friedrich 1581 dessen Anteile unter der Gottorfer und der königlichen Linie auf. Norder- und Süderdithmarschen existierten fortan als Landschaften mit einer eigenen Landschaftsordnung und einem Landvogt bzw. Statthalter an der Spitze. Die Landschaft Norderdithmarschen umfasste die elf Kirchspiele Büsum, Delve, Heide, Hemme, Hennstedt, Lunden, Neuenkirchen, Tellingstedt, Weddingstedt, Wesselburen und Nordervogtei Wöhrden, deren Unterlagen teilweise auch im Landesarchiv verwahrt werden. 1867 wurden die beiden Landschaften zu Landkreisen gleichen Namens umgestaltet.

Summarische Angaben zum Inhalt

Urkunden (53 Nrn.): Dithmarscher Landesrecht; Landesherrliche Verordnungen; Privilegien; Vergleiche; Erbangelegenheiten; Landverkäufe und -verpfändungen; Ausweisung der Zigeuner; Religionsfreiheit; Abgaben und Steuern; Deichordnung. -

Akten: Zu den Bestandsschwerpunkten siehe die Erläuterung der Bestandsgruppe "Herzogtum Holstein". - Protokollüberlieferung: Landes- und Kirchspielsrechnungen je nach Kirchspiel ab 1610; Schuld- und Pfandprotokolle sowie Kontraktenprotokolle je nach Kirchspiel ab 1637.

Umfang 311 lfm | Laufzeit 1492-1901