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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Schleswig-Holstein insgesamt bis 1867

Abt. 11: Regierungskanzlei (Obergericht) zu Glückstadt

Geschichte

Die Kanzlei wurde als oberste Justiz- und Verwaltungsbehörde für den königlichen Anteil von Schleswig und Holstein 1648 in Flensburg errichtet und 1649 nach Glückstadt verlegt. Ihre Zuständigkeit war seit 1713 auf Holstein beschränkt und wurde 1734 auf die Grafschaft Rantzau, 1762 auf die plönischen und 1774 auf die gottorfischen Lande ausgedehnt. Zugleich ersetzte man die Bezeichnung "Glückstädtische Regierung" durch "Holsteinische Landesregierung zu Glückstadt und Holsteinisches Oberkonsistorium". Die vorher formell unterschiedlichen besonderen Gerichte - Justizkanzlei, Oberamtsgericht, Pinnebergisches-, Altonaisches-, Rantzauisches Oberappellationsgericht - wurden 1806 als "Holsteinisches Obergericht" zusammengefasst. Seit 1816 hieß es "Holstein-Lauenburgisches Obergericht". Als 1834 in der mittleren Instanz Justiz und Verwaltung getrennt wurden, ging die Verwaltung an die Schleswig-Holsteinische Regierung auf Gottorf über; das Obergericht bestand als reine Justizbehörde fort.

Bestandsgeschichte

Bei der Trennung von Justiz und Verwaltung im Jahr 1834 wurden die Akten geteilt. Die in Glückstadt verbliebenen Justizakten sind später größtenteils vernichtet worden, die Verwaltungsakten blieben erhalten und bilden den Kern des Bestandes.

Summarische Angaben zum Inhalt

Staaten und Regenten in Europa; Königreiche Dänemark und Norwegen; Friedensverhandlungen und Allianzen; Reichs-, Kurfürsten-, Kollegial- und Deputationstage; Höchste Reichsgerichte; Niedersächsischer Kreis; Herzogtümer Bremen und Verden, Stadt Bremen und Insel Krautsand; Französisches Kaiserreich; Herzogtum Lauenburg; Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst; Auswärtige Regierungen. - Stadt und Stift Lübeck; Stadt und Domkapitel Hamburg; Elbstrom; Königliches Erbhaus; Gemeinschaftliche Rechte und Streitigkeiten des Gesamthauses Holstein; Abgeteilte Herren; Landtage und Huldigungen. - Statthalterschaft; Allgemeine Zivil-, Justiz- und Regierungssachen. - Kirchensachen; Konsistorialsachen; Zuchthausakten; Schulsachen. - Deich-, Schleusen- und Wasserlösungssachen. - Polizeisachen: Arme, Bettler, Zigeuner; Postwesen; Maße und Gewichte; Medizinalwesen; Viehseuche-Akten. - Wegesachen (chronologisch, systematisch und nach Distrikten); Schifffahrt und Handel; Handwerker; Landesökonomie; Kammerwesen; Landesmatrikel; Kontributionen und Steuern; Stempelpapier; Dezimationssachen; Zollsachen; Münzsachen; Holz- und Jagdsachen; Militärwesen. - Adlige Klöster und Güter; Lübsche Güter; Kirchen und Konsistorien; Ämter und Landschaften, dabei auch Steinhorst; Herzogliche Fideikommissgüter; Städte, dabei auch Universität Kiel. - Grafschaft Rantzau: Kirchensachen; Polizeisachen; Arme und Bettler; Elmshorn; Bürgerliche Nahrung. - Altonaer und Pinneberger Archiv: Alte gräflich-schauenburgische Akten; Königliche Gerechtsame an der Herrschaft Pinneberg; Lehnssachen; Inseln und Werder; Stadt Hamburg; Domkapitel Hamburg; Höchste Reichsgerichte; Zivil-, Justiz- und Regierungssachen; Kirchensachen; Cameralia; Ökonomie- und Kommerz; Polizeisachen; Zigeuner; Postsachen; Militaria; Altona und Ottensen; Kloster Uetersen; Pinnebergische Vogteien; Herrschaft Herzhorn, Sommerland und Grönland; Laurwig`sche Wildnis; Grafschaft Rantzau. - Diarien und Votierprotokolle ab 1800.

Umfang 166 lfm | Laufzeit 1648-1834

Findmittel

Landgerichtliche und obergerichtliche Schuld- und Pfandprotokolle, auch Behördenregistranten der vernichteten Justizakten befinden sich in Abt. 50.2, dem Folgebestand in Justizangelegenheiten. Folgebestand in Verwaltungssachen ist Abt. 49. Akten namentlich politischen Inhalts aus der Zeit vor 1750 sind im Reichsarchiv Kopenhagen.