Landesportal Schleswig-Holstein

Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Herzogtum Holstein bis 1867

Abt. 111: Ämter Reinbek, Trittau, Tremsbüttel

Geschichte

Die drei Ämter Reinbek, Trittau und Tremsbüttel bildeten den östlichen Teil des ehemaligen sächsischen Gaues Stormarn und werden daher als die altstormarnschen Ämter bezeichnet. Ihre Entstehung verlief zeitversetzt und kam aus unterschiedlichen Wurzeln. Trittau als ältestes der drei Ämter entstand aus einer Vogtei der Schauenburger Grafen. Anders als das Amt Trittau ist das Amt Tremsbüttel aus Gutsbesitz hervorgegangen. Herzog Johann von Sachsen-Lauenburg kaufte 1475 das adlige Gut Tremsbüttel mit allen zugehörigen Dörfern. Ein Vogt übernahm die Verwaltung, und ähnlich wie in Trittau entwickelte sich der neu entstandene landesherrliche Verwaltungsbezirk zum Amt Tremsbüttel. Durch Verpfändung kam das Amt Tremsbüttel 1571 an die Gottorfer Herzöge. Die Anfänge des Amtes Reinbek fallen erst in die Zeit der Reformation, als mit der Auflösung des Klosters Reinbek 1529 dessen Besitz an den dänischen König und mit der Landesteilung von 1544 an Herzog Adolf von Gottorf gelangte, der 1572 das Schloss Reinbek erbaute. Dieses diente zunächst als Versorgungseinrichtung und Wohnung für die Herzogswitwen und später als Sitz des Reinbeker Amtmannes. In den folgenden Jahrhunderten haben die Ämter Reinbek und Trittau zumeist einen gemeinsamen Amtmann gehabt, der seinen Sitz anfangs vorwiegend in Trittau hatte. Nach 1773, als die gottorfischen bzw. inzwischen großfürstlichen Ämter königlich wurden und nun zum dänischen Gesamtstaat gehörten, wurden die Ämter Reinbek und Trittau endgültig zusammengelegt, wobei das Schloss Reinbek als Amtmannssitz diente. Im Jahr 1800 wurde auch das Amt Tremsbüttel dem Amtmann in Reinbek unterstellt, sodass jetzt alle drei Ämter zu einer Verwaltung vereinigt waren. Mit dem Übergang Schleswig-Holsteins an Preußen im Jahr 1867 wurde die alte Ämterstruktur aufgehoben. An die Stelle der Ämter traten die Landkreise, und die Ämter Reinbek, Trittau und Tremsbüttel gingen in dem neuen Landkreis Stormarn auf.

Bestandsgeschichte

Die schriftliche Überlieferung der drei Ämter Reinbek, Trittau und Tremsbüttel hat sich in recht guter Qualität erhalten. Die enge Verbindung der Ämter durch gemeinsame Amtmänner einerseits und die zum Teil mit eigenen Registraturen geführte örtliche Verwaltung durch Amtsschreiber andererseits hat aber dazu geführt, dass zwar eigene Archive der einzelnen Ämter vorliegen, dass es aber immer wieder Überschneidungen gab. Das Tremsbüttler Archiv ist Ende der 1850er-Jahre neu geordnet worden mit Trennung in Amthaus- und Amtstubenakten, was in der heutigen Bestandsgliederung beibehalten wurde. Die Überlieferung der drei Ämter ist in dem Bestand Abt. 111 mit einer einheitlichen durchlaufenden Nummerierung zusammengeführt worden. Die enge Verzahnung dieser aus drei Amtsüberlieferungen gebildeten Abteilung wird damit sichtbar gemacht und der Zugang nicht zuletzt durch ein einheitliches Gesamtregister erleichtert.

Summarische Angaben zum Inhalt

Zu den Bestandsschwerpunkten siehe die Erläuterung der Bestandsgruppe "Herzogtum Holstein". - Protokollüberlieferung: Amtsrechnungen Reinbek 1572-1867, Trittau 1460-1867 und Tremsbüttel 1650-1867.

Umfang 115 lfm | Laufzeit 1460-1889

Findmittel

Gedrucktes Findbuch: Veröffentlichungen des Schleswig-Holsteinischen Landesarchivs Nr. 88.