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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Herzogtum Holstein bis 1867

Abt. 113: Grafschaft Rantzau, Herrschaft Herzhorn, Sommerland und Grönland

Geschichte

Das Gebiet der Grafschaft Rantzau war 1640 bei der Teilung der Grafschaft Holstein-Schauenburg-Pinneberg (siehe Abt. 3) als Amt Barmstedt an Herzog Friedrich III. von Gottorf gefallen, der es 1649 an Christian Rantzau, den königlichen Statthalter in den Herzogtümern, veräußerte. Nach Christian Rantzaus Aufnahme in den Reichsgrafenstand im Jahre 1650 wurde auch das von ihm erworbene Amt zu einer unmittelbaren Reichsgrafschaft erhoben. Die Grafschaft blieb im Besitz der Rantzaus, bis 1721 Graf Christian Detlev Rantzau ermordet wurde und sein Bruder Graf Wilhelm Adolf in den Verdacht der Mittäterschaft geriet. Der dänische König nahm dies zum Anlass, seine 1671 erworbenen Erbrechte geltend zu machen und zog die Grafschaft 1726 ein. Nachdem sie in königlichen Besitz gelangt war, wurde die Grafschaft Rantzau ebenso wie die Herrschaft Pinneberg nicht mit dem königlichen Anteil am Herzogtum Holstein vereinigt, sondern als ein für sich bestehender Landesteil verwaltet. Die Grafschaft gliederte sich in die beiden Kirchspielvogteien Barmstedt und Elmshorn. Der oberste Beamte, zur reichsgräflichen Zeit ein Inspektor, führte den Titel Administrator. Der Amtsverwalter war gleichzeitig Hausvogt und auch Kirchspielvogt in Barmstedt. Beide Beamte hatten ihren Sitz auf dem Amtshof Rantzau bei Barmstedt. Die Kirchspielvogtei Elmshorn besaß einen eigenen Kirchspielvogt. Die Herrschaft Herzhorn, Sommerland und Grönland war ein Marschdistrikt nahe der Stadt Glückstadt, der ursprünglich zur Grafschaft Holstein-Schauenburg-Pinneberg gehört hatte. König Christian V. verkaufte die Herrschaft 1671 an Ulrich Friedrich Güldenlöwe, aber bereits 1697 gelangte sie wieder, mit Ausnahme des in Privathand verbleibenden Gebiets der späteren Bülowschen oder Engelbrechtschen Wildnis, in königlichen Besitz zurück. Die Herrschaft wurde später unter die Verwaltung des Rantzauer Administrators gestellt, der in dieser Eigenschaft den Titel Intendant führte.

Bestandsgeschichte

Aus dem 19. Jahrhundert ist nur ein geringer Aktenbestand erhalten.

Summarische Angaben zum Inhalt

Zu den Bestandsschwerpunkten siehe die Erläuterung der Bestandsgruppe "Herzogtum Holstein". Hervorzuheben: Rantzauische Güterverwaltung, vor allem Herrschaft Breitenburg; Erwerb der Grafschaft durch die Rantzaus; Unruhen in der Grafschaft und Ermordung des Grafen Christian Detlev. - Gerichtsprotokolle ab 1650; Certenprotokolle (Kontraktenprotokolle) ab 1587; Schuld- und Pfandprotokolle von Rantzau ab 1698, von Herzhorn ab 1650; AR von Rantzau ab 1647, von Herzhorn ab 1839.

Umfang 66 lfm | Laufzeit 1524-1885

Hinweis auf andere Bestände

Archivalien vor 1640 auch in Abt. 3; Amtsrechnungen von Herzhorn 1640-1838 in Abt. 112 AR; Herzhorner Schultenbuch von 1560-1721 in Abt. 400.5 (siehe Bestandsgruppe "Sammlungen"); Archivalien der Engelbrechtschen Wildnis in Abt. 130.8 (siehe Bestandsgruppe "Klöster und Güter").