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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Schleswig-Holstein insgesamt bis 1867

Abt. 13: Obergericht zu Gottorf 1713-1834

Geschichte

Das Gottorfer Obergericht wurde 1713 als oberste Justiz- und Verwaltungsbehörde für den königlichen sowie den sequestrierten gottorfischen Anteil des Herzogtums Schleswig errichtet und war seit 1779 auch für die glücksburgischen Distrikte zuständig. Es wirkte als Obergericht, Oberkonsistorium, Landgericht und Landoberkonsistorium. Als 1834 in der mittleren Instanz Justiz und Verwaltung getrennt wurden, gingen die Verwaltungsbefugnisse an die Schleswig-Holsteinische Regierung auf Gottorf über; das Obergericht bestand als reine Justizbehörde fort und führte die übernommenen Akten weiter.

Bestandsgeschichte

Mit der Trennung von Justiz und Verwaltung 1834 kamen die Verwaltungsakten des Obergerichts an die Schleswig-Holsteinische Regierung und gelangten später über das preußische Regierungsarchiv in Schleswig an das dortige Staatsarchiv. Die Justiz- und Justizverwaltungsakten wurden im Laufe der Zeit von verschiedenen Gerichten übernommen und weitergeführt. Das Gros wurde vom früheren Flensburger Appellationsgericht und vor allem vom Flensburger Landgericht an das Staatsarchiv abgegeben. Noch zu preußischer Zeit kam Weiteres nach und nach aus verschiedenen Gerichten sowie durch den Ankauf eines Nachlasses hinzu.

Summarische Angaben zum Inhalt

Justizsachen; Kirchen- und Konsistorialsachen; Schul- und Armensachen; Deichsachen (mit besonderem Index der Orte); Adel; Die einzelnen Distrikte; Testamente; Relationen des Oberkonsistoriums; Obergerichtliche Relationen; Besetzung von Predigerstellen; Examen der Kandidaten der Theologie; Instruktionen für die Kirchenoffizialen; General- und Spezial- Kirchenvisitationsberichte; Das neue Kirchenritual; Ehesachen; Beichte und Taufe; Beerdigung und Begräbnis; Juden; Fremde Religionsverwandte; Gesangbuch; Bibelgesellschaft; Kirchensachen; Kircheninventare; Predigerländereien und andere Angelegenheiten der Prediger; Einlösung und Unterhaltung der Pastoratsgebäude (mit Index der Orte); Allgemeine Schulordnung; Schulsachen; Akademie in Kiel; Armensachen; Brandversicherung; Gefängnisse; Zucht- und Tollhaus; Medizinalwesen und Apotheken; Hebammen; Milde Stiftungen und Stipendien; Bücherzensur; Strandungswesen; Viehseuchen und Viehärzte; Wegesachen; Polizeisachen; Handel, Schifffahrt und städtisches Gewerbe; Bankinstitut in Altona; Bank und Bankzettel; Lotterie und Hazardspiele; Kanal und Lotsen; Kommunesachen; Mühlensachen; Köge; Meierhöfe; Landwirtschaftssachen; Aufhebung der Leibeigenschaft; Zehnte; Witwenkasse, Pensionen und Leibrentensozietät.

Umfang 81 lfm | Laufzeit (1638-) 1713-1834

Findmittel

Gedrucktes Findbuch: Veröffentlichungen des Landesarchivs Schleswig-Holstein Nr. 110: Online open access: http://hup.sub.uni-hamburg.de/purl/HamburgUP_LASH110_FB-Abt_13

Hinweis auf andere Bestände

Verwaltungsakten über einzelne Distrikte, teils weitergeführt, befinden sich in Abt. 49. Justizakten, auch obergerichtliche und landgerichtliche Schuld- und Pfandprotokolle sowie einzelne Aktenverzeichnisse sind in Abt. 50.3. Akten über Nordschleswig befinden sich im Reichsarchiv Kopenhagen.