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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Klöster und Güter

Abt. 130: Lübsche Stadtstiftsdörfer und Wildnisse

Geschichte

Geistliche Einrichtungen bzw. Stiftungen Lübecks erwarben vom 13. bis zum 16. Jahrhundert aus landesherrlichem oder sonstigem adligem Besitz die sogenannten Lübschen Stadtstiftsdörfer. Dieser Streubesitz lag zumeist in Ostholstein oder Mecklenburg. Die meisten Dörfer gingen im Zeitraum 1802-1806 herrschaftlich verloren. Lübeck trat seine letzten Rechte an den Stadtstiftsdörfern mit dem Anschluss an Preußen 1937 ab. - Die sogenannten Wildnisse waren in Privatbesitz gelangte und mit den Privilegien adliger Güter ausgestattete Köge in der Elbmarsch. Wie die Kanzleigüter unterstanden sie nicht dem Adligen Landgericht, sondern der Regierungskanzlei in Glückstadt.

Bestandsgeschichte

Der Bestand ist nach Einzelprovenienzen geordnet. Die Bestandsnummer Abt. 130.4 ist nicht belegt.

Hinweis auf andere Bestände

Gerichtsprotokolle befinden sich auch im Bestand Kombiniertes Adliges Gutsgericht (Abt. 127.32).

Abt. 130.1: St.-Clemens-Kaland zu Lübeck

Dieser 1383 begründete, geistlich und karitativ tätige Zusammenschluss von Geistlichen und Laien war der bedeutendste Kaland der Stadt. Er erwarb 1474 und 1528 insgesamt vier Dörfer in Holstein.

1920 und 1950 gelangte jeweils etwa eine Hälfte des heutigen Bestandes durch Amtsgerichtsabgaben an das Staats- bzw. Landesarchiv.

Protokollbände des 19. Jahrhunderts und Schriftstücke zu Einzelverträgen.

2 lfm

1792-1884


Abt. 130.2: St.-Johannis-Kloster zu Lübeck

Dieser Zisterzienserinnenkonvent erwarb im 13. und 14. Jahrhundert zahlreiche Dörfer insbesondere in Holstein, aber auch im Herzogtum Lauenburg und in Mecklenburg. Nach der Reformation wurde St. Johannis ein evangelisches Stift für ledige Frauen.

Im Zeitraum von 1920 bis 1965 wurde der Bestand überwiegend aus Amtsgerichten und teilweise aus Abgaben des Niedersächsischen Staatsarchivs Oldenburg übernommen.

Protokollbände; Akten einzelner Rechtsfälle; Militärangelegenheiten zu den 1806 an Holstein gefallenen Dörfern.

6 lfm

1695-1884


Abt. 130.3: Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck

Dieses im 13. Jahrhundert entstandene und bald wohlhabende Spital konnte bereits früh Besitzungen sowohl in Lübeck wie auch in Holstein, Mecklenburg und im Herzogtum Lauenburg erwerben.

Das Gros des Bestandes wurde von der Regierung zu Eutin abgegeben, kleinere Ergänzungen kamen vor allem vom Amtsgericht Oldenburg in Holstein.

Urkunden (3 Nrn.): Verheuerung des Hofes Scharbeutz. - Akten: Verträge und Protokolle zu den im frühen 19. Jahrhundert an das Fürstentum Lübeck gefallenen Dörfern.

3 lfm

1357-1884


Abt. 130.5: Westerauer Stiftung zu Lübeck

Zwei Lübecker Kaufleute erwarben 1461 das Dorf Westerau und ließen es in eine karitative Stiftung einfließen, deren Verwaltung infolge der Reformation durch die Stadt Lübeck übernommen wurde. 1802 ging das Dorf verloren, die Stiftung bestand jedoch fort.

Der Bestand stammt aus Abgaben des Amtsgerichts Reinfeld.

Protokollbände.

0,5 lfm

1771-1886


Abt. 130.6: Blome'sche Wildnis

1615/16 durch den König eingedeicht, wurde diese "Wildnis" nach Abtrennung des Areals für Glückstadt im Jahr 1667 in adligen Besitz verkauft.

Relativ vollständiges "Gutsarchiv" Blome'sche Wildnis; Rechnungen 1735-1851; Zertenprotokolle und Schuld- und Pfandprotokolle ab 1668, Nebenbücher ab 1807.

6,9 lfm

1647-1883


Abt. 130.7: St.-Petri-Kirche zu Lübeck

Im Zeitraum 1494 bis 1802 besaß die St.-Petri-Kirche das Dorf Röbel zu Eigentum. Es fiel anschließend an das Fürstentum Lübeck.

Der kleine Bestand wurde von der Regierung Eutin abgegeben.

Einzelfallakten.

0,1 lfm

1494-1803


Abt. 130.8: Engelbrecht'sche Wildnis

1615/16 durch den Grafen von Holstein-Schauenburg eingedeicht und 1614 an den König gefallen, wurde diese "Wildnis" im Jahr 1667 durch den König in adligen Besitz verkauft und gelangte 1860 in die Hand der Familie Engelbrecht.

Urkunden (1 Nr.): Schenkung von Außendeichsland. Akten: Relativ vollständiges "Gutsarchiv" Engelbrecht'sche Wildnis; Hebungsregister 1641/42 und ab 1671; Gerichtsprotokolle ab 1820; Zertenprotokolle und Schuld- und Pfandprotokolle ab 1744, Nebenbücher ab 1803.

10 lfm

1587-1884