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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Schleswig-Holstein insgesamt bis 1867

Abt. 3: Grafschaft Holstein-Schauenburg-Pinneberg

Geschichte

Die Grafschaft Holstein-Schauenburg-Pinneberg ist zwischen dem Ende des 13. und dem Ende des 14. Jahrhunderts durch die Landesteilungen der Holstein-Schauenburger Grafen entstanden. 1390 wurde sie vom übrigen Holstein vollständig losgelöst und unter der Schauenburger Linie in Personalunion mit der Stammgrafschaft Schaumburg an der Weser vereinigt. Die Landesherren residierten vornehmlich in Schaumburg, während in Holstein-Pinneberg als oberster Beamter ein Drost eingesetzt war. Unter dem Drosten standen je ein Amtmann in Pinneberg, in Hatzburg und in Barmstedt. Das kleine Amt Hatzburg wurde aber sehr oft vom Pinneberger Amtmann mitverwaltet. Als 1640 das schauenburgische Haus im Mannesstamm ausstarb, fiel die Grafschaft in einem Teilungsrezess an die beiden Landesherren in Holstein: König Christian IV. von Dänemark erhielt zwei Drittel des Gebietes einschließlich der Stadt Altona, das entsprach etwa der späteren Herrschaft Pinneberg, und Herzog Friedrich III. erhielt das restliche Drittel, nämlich das Amt Barmstedt, das er 1649 an Christian Rantzau, den königlichen Statthalter in den Herzogtümern, veräußerte, unter welchem es zur Reichsgrafschaft Rantzau erhoben wurde.

Bestandsgeschichte

Der größere Teil der Urkunden und Akten war nach dem Aussterben des schauenburgischen Grafenhauses 1640 als Samtarchiv im gemeinschaftlichen Besitz von Hessen-Kassel und Schaumburg-Lippe in Bückeburg verblieben. Als Folge der Eingliederung Hessens in Preußen nach 1866 wurde das Samtarchiv 1873 geteilt. Die Archivalien, welche die Grafschaft Holstein-Schauenburg-Pinneberg betrafen, kamen bereits im gleichen Jahr aus dem schauenburgischen Archiv in Bückeburg über das Staatsarchiv Marburg nach Schleswig. Ein weiterer Teil stammt aus Kopenhagener Abgaben von 1874 und 1936. Die Urkunden sind als Urk.-Abt. 3 gesondert erschlossen und gelagert.

Summarische Angaben zum Inhalt

Urkunden (437 Nrn.): Friedensschlüsse und Vergleiche; Lehnssachen; Testamente; Vormundschaft; Pfand- und Schuldverschreibungen; Erhebung Christian Rantzaus in den Reichsgrafenstand.

Akten: Landesfürsten; Münzsachen; Elbfähren; Verhältnis zur Stadt Hamburg, zum Domkapitel Hamburg und zu Dänemark; Klöster; Regierung und Verwaltung des Landes; Verwaltung der Ämter; Prozessakten; Militaria; Kirchensachen; Personalia; Ortsakten; Amtsrechnungen 1464, 1512, 1590-1640.

Umfang 9,5 lfm | Laufzeit 1189-1699

Findmittel

Gedrucktes Findbuch: Veröffentlichungen des Schleswig-Holsteinischen Landesarchivs Nr. 72.

Hinweis auf andere Bestände

Weitere Archivalien der Grafschaft Holstein-Schauenburg-Pinneberg befinden sich im Niedersächsischen Staatsarchiv Bückeburg. Die zeitliche Fortsetzung der Akten ist in Abt. 112 und Abt. 113 zu suchen (siehe Bestandsgruppe "Herzogtum Holstein"). Dort befinden sich auch die Amtsbücher aus der Zeit vor 1640. Einige Akten wurden nach 1640 bei der Regierungskanzlei in Glückstadt weitergeführt und sind in deren Bestand überliefert (Abt. 11). In Abt. 400.1 (siehe Bestandsgruppe "Sammlungen") befinden sich Kopiare und Abschriften von Urkunden, die zum Teil nicht mehr im Original erhalten sind.