Landesportal Schleswig-Holstein

Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Preußische Verwaltung 1867 bis 1946

Abt. 323: Einkommensteuer-Veranlagungskommissionen

Geschichte

Am 28. April 1867 wurde die Einführung der direkten Steuern entsprechend preußischer Gesetzgebung in Schleswig-Holstein per Verordnung geregelt. Danach sollte in beiden Herzogtümern ab dem 1. Juli 1867 wie im übrigen Preußen eine klassifizierte Einkommensteuer erhoben werden. Dazu wurde in jedem Kreis eine Einkommensteuer-Veranlagungskommission gebildet, die dem bei der Provinzialregierung ressortierenden Bezirkskommissar für die Regelung der direkten Steuern unterstand. Der Vorsitz in den Veranlagungskommissionen wurde den Landräten übertragen, die übrigen Mitglieder berief die Regierung direkt. Der Veranlagung ging eine Voreinschätzung der Steuerpflichtigen durch eine besonders gebildete Voreinschätzungskommission voraus. Die Anzahl der Mitglieder dieser Kommission richtete sich nach der Einwohnerzahl der jeweiligen Gemeinde. Die Einkommensteuerveranlagungskommissionen hatten die von den Voreinschätzungskommissionen vorgelegten Steuerbescheide zu prüfen und die Steuerschuld rechtskräftig festzusetzen. Mit dem Einkommensteuergesetz vom 24. Juni 1891 wurde die Besetzung der Kommissionen dahingehend geändert, dass die Kommissionsmitglieder zu gleichen Teilen direkt von der Regierung ernannt und von der Kreisvertretung für die Dauer von sechs Jahren gewählt wurden. Nach Verkündung des Gesetzes über die Errichtung der Reichsfinanzverwaltung am 10. September 1919 ging die Aufgabe der Veranlagungskommissionen zusammen mit der Verwaltung der Umsatz- und Gewerbesteuer auf die zum 1. April 1920 eingerichteten Finanzämter über.

Bestandsgeschichte

Der im Landesarchiv überlieferte Bestand der Einkommensteuer-Veranlagungskommissionen wurde in den Jahren 1925, 1928 und 1937 vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem und vom Reichsarchiv in Potsdam an das Landesarchiv abgegeben.

Summarische Angaben zum Inhalt

Einkommensteuerveranlagungen in den Kreisen Eckernförde, Norderdithmarschen, Plön, Rendsburg, Steinburg und Stormarn sowie in den Städten Kiel und Neumünster.

Umfang 3 lfm | Laufzeit 1883-1920

Hinweis auf andere Bestände

Akten des Bezirkskommissars zur Regelung der direkten Steuern befinden sich im Bestand der Regierung zu Schleswig (Abt. 309). Einige Kommissionsakten liegen in den Beständen der Landratsämter und Kreisausschüsse (Abt. 320). Einzelfälle der Einkommensteuerveranlagungen sind auch bei den Finanzämtern überliefert (Abt. 511, siehe Bestandsgruppe "Landesverwaltung").