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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Preußische Verwaltung 1867 bis 1946

Abt. 333: Hoch- und Wasserbauämter

Geschichte

Nach der 1867 erfolgten Eingliederung der Herzogtümer Schleswig und Holstein in den preußischen Staat kam es am 1. Mai 1870 zur Neugliederung der Bauverwaltung. Die bisherigen Landbauinspektorate in Kiel und Flensburg, die sechs Wegebauinspektionen in Preetz, Itzehoe, Altona, Husum, Schleswig und Hadersleben sowie die Posten der vier schleswig-holsteinischen Deich- und Wasserbaukondukteure wurden aufgelöst. An ihre Stelle traten siebzehn Baukreise („Königliche Bauinspektionen“, ab 1884 „Königliche Kreisbauinspektionen“), die jeweils von einem Kreisbaubeamten geleitet wurden. Die Baukreise unterstanden der Schleswiger Provinzialregierung. Anzahl und Zuschnitt der Baubezirke unterlagen im Verlauf der Zeit zahlreichen Änderungen. 1895 erfolgte die organisatorische Trennung der Hochbauverwaltung von der Wasserbauverwaltung. 1911 wurden die Kreisbauinspektionen in „Königliche Hochbauämter“ umbenannt, von 1919 bis 1930 firmierten sie unter der Bezeichnung „Preußische Hochbauämter“ und ab 1931 als „Preußische Staatshochbauämter“. Entsprechende Namensänderungen erfolgten bei den Wasserbaubehörden. Die Wasserbauämter waren zuständig für die Verwaltung der Wasserstraßen und Seegebiete der Provinz Schleswig-Holstein. Mit dem Übergang der dem allgemeinen Verkehr dienenden Wasserstraßen in das Eigentum des Reiches 1921 oblag den Wasserbauämtern die Auftragsverwaltung der übernommenen Wasserstraßen. Küstenschutzaufgaben und staatliche Deichaufsicht gingen 1936 an die neu gegründeten Marschenbauämter über. Der Provinzialverband verfügte für die in seinen Zuständigkeitsbereich fallende Bauten über ein eigenes Bauamt. Aufgaben der Reichsbauverwaltung in der Provinz Schleswig-Holstein nahmen ab 1919 die dem Landesfinanzamt unterstellten Reichsvermögensstellen (ab 1922 Reichsbauämter) wahr. Militärische Bauten fielen in die Verantwortung der Heeres-, Marine- und Luftwaffenbauverwaltung. Die Aufgaben der verschiedenen Hochbaubehörden übernahm nach dem Zweiten Weltkrieg die Landesbauverwaltung, die der Wasserbauämter wurden von der Wasser- und Schiffahrtsdirektion mit den einzelnen Ämtern fortgeführt.

Bestandsgeschichte

Der Bestand fasst die Überlieferung von Behörden der preußischen staatlichen Bauverwaltung sowie der Provinzial-, Reichs- und Heeresbauverwaltung zusammen. Die Akten gelangten zwischen 1895 und 1993 in mehreren Ablieferungen ins Staats- bzw. Landesarchiv und wurden dort chronologisch nach Zugang verzeichnet. 2016 wurde der Bestand grundlegend neu geordnet. Eine umfangreichere Überlieferung, die teilweise bis ins 17. Jahrhundert zurückreichende Vorakten enthält, liegt aus dem Hochbaukreis Schleswig sowie den Wasserbaukreisen Plön und Rendsburg vor.

Summarische Angaben zum Inhalt

Regierungs- und Oberpräsidialgebäude in Schleswig; Schloss Gottorf; Dom in Schleswig; Seminargebäude in Eckernförde; Domäne Kaltenhof; Domschule und Lornsenschule in Schleswig; Schulen im Kreis Eckernförde, Justizbauten; Finanz- und Zollbauten; Krankenhäuser und Heime; Forst- und Jagdgebäude; Schleswig-Holsteinischer-Kanal; Kaiser-Wilhelm-Kanal; Fähren; Elbsande; Mühlen; Bauvorhaben Westküste (1930er-Jahre); Wege- und Brückenbauten; Heeresbauten.

Umfang 34 lfm | Laufzeit 1672-1952

Hinweis auf andere Bestände

Bauakten aus preußischer Zeit befinden sich auch in Abt. 309. Die Überlieferung der nachfolgenden Landesbauämter wird in Abt. 663 verwahrt (siehe Bestandsgruppe „Landesverwaltung“). Akten aus der Zeit vor 1867 sind in Abt. 32 (siehe Bestandsgruppe „Schleswig-Holstein insgesamt“) zu suchen. Weitere Akten der Wasserbauverwaltung liegen in Abt. 545 und Abt. 548. Baupläne und -zeichnungen sind in Abt. 402 A 27 und 402 A 53 (siehe Bestandsgruppe „Karten, Bilder und Filme“) abgelegt.