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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Preußische Verwaltung 1867 bis 1946

Abt. 374: Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein

Geschichte

Bis zum Jahre 1937 gab es auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Schleswig-Holstein zwei Landesversicherungsanstalten. Beide wurden im Jahr 1890 als regional gegliederte Versicherungsträger nach dem Gesetz über die Invaliditäts- und Altersversicherung vom 22. Juni 1889 gegründet. Die Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck hatten sich zur "Hanseatischen Versicherungsanstalt" mit Sitz in Lübeck zusammengeschlossen. Seit dem 1. Januar 1900 führte diese die Bezeichnung "Landesversicherungsanstalt der Hansestädte". Die zweite Anstalt mit Sitz in Kiel entstand als gemeinsame "Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalt Schleswig-Holstein" für die Provinz Schleswig-Holstein und das Fürstentum Lübeck ohne das Stadtgebiet der Hansestadt Lübeck. Seit dem 1. Januar 1912 führte die Kieler Versicherungsanstalt den Namen "Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein". Ihrer Aufsicht war das zum 1. Juli 1912 eingerichtete Oberversicherungsamt Schleswig unterstellt. Die Landesversicherungsanstalten waren ursprünglich nur für die Invaliditäts- und Altersversicherung zuständig. 1895 kam die Fürsorge für erkrankte Versicherte hinzu. Als Träger der gesetzlichen Rentenversicherung waren sie auch mit der Aufklärung und Beratung der Versicherten befasst sowie mit der Gewährung von Maßnahmen zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit und zur Sicherung des Arbeitsplatzes durch medizinische und berufsfördernde Rehabilitation. Das Groß-Hamburg-Gesetz vom 26. Januar 1937 hatte eine Änderung der Bezirke zur Folge: Die Hansestadt Lübeck schied zum 1. Januar 1939 aus der "Landesversicherungsanstalt der Hansestädte" aus und kam in den Bezirk der "LVA Schleswig-Holstein". Als Entschädigung für den Verlust der "LVA der Hansestädte", die ihren Sitz von Lübeck nach Hamburg verlegte, setzte Lübeck den Umzug der Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein von Kiel nach Lübeck zum 1. Februar 1939 durch. Sowohl die bezirkliche Gliederung als auch die Zuständigkeit für die Arbeiterrenten- und die Krankenversicherung blieben in der Zeit von 1945 bis 1998 bestehen. Die "Abteilung Krankenversicherung" wurde mit der Bildung des "Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung" am 1. September 1998 aufgelöst. Zum 1. Oktober 2005 erfolgte der Zusammenschluss der drei Landesversicherungsanstalten Freie und Hansestadt Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zur Deutschen Rentenversicherung Nord mit Hauptsitz in Lübeck und Außenstellen in Hamburg und Neubrandenburg.

Summarische Angaben zum Inhalt

Satzungen; Vorstand, Beirat und Ausschüsse; Personalangelegenheiten; Bezirkliche Gliederung; Verwaltungsberichte und Statistik; Gesetzliche Grundlagen des Sozialversicherungswesens; Zusammenarbeit mit anderen Versicherungsträgern; Aufsicht über das Oberversicherungsamt; Invalidenversicherung; Beitrageinzug; Heilverfahren und Gesundheitsfürsorge; Bekämpfung besonderer Krankheiten; Betrieb eigener Heilstätten und Fürsorgestellen; Maßnahmen zur Hebung der Volksgesundheit; Krankenversicherung.

Umfang 58 lfm | Laufzeit 1890-1999

Hinweis auf andere Bestände

Die Akten des Oberversicherungsamtes befinden sich in Abt. 314.