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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Preußische Verwaltung 1867 bis 1946

Abt. 375: Versorgungskasse für Beamtentöchter

Geschichte

Die Versorgungskasse für Beamtentöchter ist aus der 1764 von Katharina der Großen in Kiel eingerichteten Großfürstlichen Witwen- und Waisenkasse hervorgegangen. Ihr ursprünglicher Zweck war es, unverheirateten Beamtentöchtern nach dem Tode ihres Vaters ein Anrecht auf eine lebenslange Versorgung zu verschaffen. Die Töchter wurden dazu im Kindesalter unter bestimmten Konditionen in die Kasse eingekauft. Tod oder Heirat der Tochter bedingten ihr Ausscheiden aus der Kasse. Mit der Satzungsänderung vom 1. April 1889 wurde die Zuständigkeit der Versorgungskasse um die Aufgaben einer Unterstützungskasse für geistig behinderte Kinder erweitert. Ihre offizielle Bezeichnung lautete jetzt "Versorgungskasse für unverheiratete Töchter von unmittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten in der Provinz Schleswig-Holstein". Die Kasse blieb in Kiel angesiedelt und wurde der Aufsicht des Oberpräsidenten der Provinz unterstellt. Ihre Verwaltung erfolgte durch den Landeshauptmann. Seit der Satzungsänderung vom 6. Juli 1903 wurden im Falle des Austritts die bisher geleisteten Einzahlungen zinslos zurückerstattet, sodass die Kasse seitdem auch den Zweck einer Aussteuerkasse erfüllte. Mit Wirkung vom 20. März 1985 wurde die Einrichtung als Töchterversorgungskasse Kiel in die Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Kiel überführt. Die Mitglieder des Verwaltungsrats wurden vom Finanzminsterium ernannt, die Aufsicht über die Kasse lag beim Wirtschaftsministerium. Im Jahre 2003 betreute die Töchterkasse Kiel noch insgesamt 5 Versorgungsempfängerinnen.

Summarische Angaben zum Inhalt

Nachweis laufender Versicherungszahlungen; Übersicht über bestehende Versicherungen.

Umfang 0,5 lfm | Laufzeit 1889-1922

Hinweis auf andere Bestände

Akten der Großfürstlichen Witwen- und Waisenkasse liegen in Abt. 27.2 (siehe Bestandsgruppe "Schleswig-Holstein insgesamt"). Aufsichtsakten befinden sich im Bestand des Oberpräsidiums und Provinzialrats der Provinz Schleswig-Holstein (Abt. 301), im Bestand der Provinzialverwaltung (Abt. 371) und im Bestand des Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr (Abt. 691, siehe Bestandsgruppe "Schleswig-Holsteinische Landesverwaltung").