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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Preußische Verwaltung 1867 bis 1946

Abt. 376: Kreditinstitute

Geschichte

Das Banken- und Sparkassenwesen entwickelte sich erst im 19. Jahrhundert. Der Gedanke, "Gelder der nicht verbrauchten Einkommensteile einzusammeln und zu verzinsen", führte allerdings schon im Jahr 1778 zur Gründung der Hamburger Sparkasse. Frühe Gründungen waren auch die städtische private Diskonten- und Darlehns-Casse in Lübeck im Jahr 1819 und das private Bankhaus Wilhelm Ahlmann in Kiel 1852. Durch die Industriealisierung und Entstehung von Großbetrieben kam es dann in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Gründung von Aktienbanken, wie z. B. der Handelsbank in Lübeck 1856 oder der Vereinsbank in Kiel im Jahr 1865.

Summarische Angaben zum Inhalt

Gewährung von Tilgungshypotheken; Hypothekenbücher; Finanzierung von Siedlungsbauten; Rechnungsbücher; Aufsichtsratssitzungen.

Umfang 64 lfm | Laufzeit 1788-1997

Abt. 376.1: Schleswig-Holsteinische Landschaft; Hypo-Bank

1895 beschloss die Direktion des gemeinschaftlichen Fonds der Schleswig-Holsteinischen adeligen Klöster und Güter die Gründung eines landwirtschaftlichen Bodenkreditinstituts. Am 1. Mai 1896 erfolgte die Eröffnung des "Bureaus" der Schleswig-Holsteinischen Landschaft. Ziel der Einrichtung war es, die Landwirtschaft in der Provinz von "unberechenbaren Kreditgebern" unabhängig zu machen. Im Jahr 1918 wurde für die Direktion die Bezeichnung "Generallandschaftsdirektion" eingeführt. 1953 schloss die Schleswig-Holsteinische Landschaft mit der Landschaftlichen Bank Schleswig-Holstein einen Organvertrag. Am 24. November 1970 kam es zur Umwandlung der Landschaftlichen Bank Schleswig-Holstein in eine Aktiengesellschaft und zu einer Namensänderung in Bank Compagnie Nord. Aus einem reinen Anbieter von Agrarkrediten wurde so eine Einrichtung, die ihr Angebot um Baufinanzierungen und Kommunaldarlehen erweiterte. Bis 1995 war die Schleswig-Holsteinische Landschaft eine der Aufsicht des Landes Schleswig-Holstein unterstehende Körperschaft des öffentlichen Rechts, am 2. März 1995 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.

Statuten; Geschäftsverkehr; Personalakten; Gewährung von Tilgungshypotheken; Hypothekenbücher.

84 lfm

1788-1997


Abt. 376.2: Wohnungsbaukreditanstalt Schleswig-Holstein

Der nach dem Ersten Weltkrieg festgestellte hohe Bedarf an bezahlbarem Wohnraum führte am 2. Dezember 1919 zur Gründung der Heimstätte Schleswig-Holstein. 1937 wurde die Forschungsstelle für Siedlungsgestaltung ein Bestandteil; sie existierte bis 1990. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein großer Zustrom von Flüchtlingen. Die daraus resultierte Wohnungsnot machte es notwendig, die Wohnungsbauförderung zu reformieren. Aus der Heimstätte Schleswig-Holstein wurde im Jahr 1947 die Landestreuhandstelle für Wohnungs- und Kleinsiedlungswesen. Letztlich entstand dann 1960 per Gesetz und mit einer Satzung aus dem Jahr 1961 die Wohnungsbaukreditanstalt, eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Mit Wirkung vom 1. Januar 1991 wurde die Wohnungsbaukreditanstalt schließlich in die neu gegründete Investitionsbank Schleswig-Holstein überführt.

Studien; Stellungnahmen; Vorträge; Wettbewerbsunterlagen; Chronikmaterialien; Veröffentlichungen zum Thema Haus- und Städtebau.

4 lfm

1919-1995


Abt. 376.3: Gold-Girobank Schleswig-Holstein AG

Die Gold-Girobank Schleswig-Holstein AG ist in Übereinstimmung mit der Provinzialverwaltung von sämtlichen Wirtschaftskreisen der Provinz Schleswig-Holstein, insbesondere von der Landesbank, am 6. November 1923 gegründet worden. Ihr Zweck bestand in erster Linie darin, ein wertbeständiges Zahlungsmittel zur Entlohnung der Arbeiterschaft und zur Bezahlung der landwirtschaftlichen Produkte in der Provinz zu schaffen und zugleich die Verbreitung der dänischen Währung zu verhindern. Nach Regelung der Währungsverhältnisse durch den Dawes-Plan wurde der Bank im Oktober 1924 vorgeschrieben, die im Verkehr befindlichen Verrechnungsscheine bis zum 30. September 1925 zur Einlösung aufzurufen.

Journale; Sorten- und Devisenbücher; Aufsichtsratssitzungen.

1 lfm

1923-1931


Abt. 376.4: Sparkassen und Genossenschaftsbanken

Die Spar- und Darlehnskasse Neuberend wurde 1906 gegründet und war Mitglied des Verbandes der schleswig-holsteinischen landwirtschaftlichen Genossenschaften e. V. mit Sitz in Kiel. Am 22. März 1972 wurde die Kasse aufgelöst und das Vermögen auf die Landeskreditbank Schleswig-Holstein übertragen.

Protokollbücher.

0,5 lfm

1906-1972