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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Schleswig-Holstein insgesamt bis 1867

Abt. 391: Reichshofrat zu Wien

Geschichte

Der 1498 gegründete Reichshofrat in Wien war im alten Deutschen Reich oberstes kaiserliches Gericht neben dem Reichskammergericht. An den Reichshofrat überwies der Kaiser die an ihn gelangenden Prozesse aus dem Reich. Er war zuständig für Reichslehnsachen, Kriminalklagen gegen Reichsunmittelbare, Streitigkeiten über kaiserliche Reservatrechte und Privilegien sowie für italienische Angelegenheiten. Mit der Auflösung des Deutschen Reiches 1806 nahm auch der Reichshofrat sein Ende.

Bestandsgeschichte

Der im Landesarchiv Schleswig-Holstein verwahrte Teilbestand enthält Akten des Reichshofrats, die Schleswig-Holstein betreffen und aus dem sogenannten Stader Reichsarchiv stammen. Beim "Stader Reichsarchiv" handelt es sich um eine Sammlung von Akten unterschiedlichster Herkunft, die der spätere Präsident der schwedischen Regierung in Stade, Alexander Erskine (Erskein), als Kriegskommissar König Gustav-Adolfs während des 30-jährigen Krieges an den verschiedensten Orten entfremdet und zusammengetragen hatte. Mit dem Stader Regierungsarchiv gelangte die Sammlung 1869 in das hannoversche Staatsarchiv. Ein Teil wurde von dort nach Maßgabe des Akteninhalts an zuständige Archive, darunter Schleswig, verteilt. Der Rest kam nach Errichtung des dortigen Staatsarchivs 1964 nach Stade zurück.

Summarische Angaben zum Inhalt

Landeshoheitssachen; Regalien; Reichsunmittelbarkeit Hamburgs; holsteinische Lehnssachen; Hildesheimer und Lübecker Coadjutorenamt; Herrschaftsrechte am Schleswiger Bistum; Zoll- und Schifffahrtssachen; Kanalprojekt zwischen Nord- und Ostsee; Kriegslasten während des 30-jährigen Krieges; Auseinandersetzungen mit der Ritterschaft.

Umfang 0,5 lfm | Laufzeit 1550-1664