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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Sammlungen

Abt. 403: Siegelsammlungen

Geschichte

Siegel dienen vorrangig zur Beglaubigung von Urkunden oder zur Sicherstellung der Unversehrtheit von Behältnissen, zum Beispiel beim Verschluss von Briefumschlägen. Sie werden mit Hilfe eines Siegelstempels, eines sogenannten Typars, in eine weiche, erhärtende Masse gedrückt. Siegel sind in unzähligen Exemplaren in den Archiven überliefert und geben authentisch Zeugnis zu Genealogie und Heraldik, zu Orts- und Verfassungsgeschichte sowie vielen anderen Fragestellungen.

Bestandsgeschichte

Die in dieser Abteilung verzeichneten Siegel und Siegelstempel bilden keinen einheitlichen Bestand, sondern sind verschiedenster Art und Herkunft. Sie wurden nach formalen Kriterien in Sammlungen gegliedert.

Abt. 403.2: Abgefallene Originalsiegel

In dieser während des 19. Jahrhunderts angelegten Sammlung des Landesarchivs Schleswig-Holstein befinden sich von Urkunden abgefallene Originalsiegel, die sich keiner bestimmten Urkunde mehr zuordnen lassen.

Fürsten; Geistliche; Städte; Landschaften und Kirchspiele; Adlige; Bürger.

95 Stück

13.-17. Jh.


Abt. 403.3: Siegel- und Prägestempelsammlung

Anders als Siegelabdrücke sind Siegelstempel wesentlich seltener überliefert. Der Grund liegt besonders in der hohen Rechtsqualität vieler Stempel. Starb der Siegelführer oder änderte die siegelnde Institution ihren Status, so machte man die Stempel unbrauchbar oder vernichtete sie, um Missbrauch vorzubeugen. Stempel unterteilen sich in zwei Arten: Zum einen in die Siegelstempel mit negativem Relief, auch Typar oder Petschaft genannt, mit denen in einer formbaren Masse ein positiver Abdruck hinterlassen wird; zum anderen gibt es die Prägestempel aus Metall oder Gummi mit positivem Relief. Gerade bei den modernen Gummistempeln handelt es sich immer um Prägestempel. Klar davon zu unterscheiden ist die Funktion der Stempel. Eine der Funktionen ist die Beglaubigung insbesondere von Rechtsgeschäften, also das Siegeln von Urkunden. Dieses kann sowohl durch einen Siegelstempel als auch durch einen Prägestempel erfolgen. Funktional wird hier vom Beglaubigungsstempel gesprochen. Die Führung der Beglaubigungsstempel war stets eigens geregelt, der Kreis der Personen, der Zugang zu ihnen hatte, war begrenzt und genau wie der Aufenthaltsort genau festgelegt. Da jeder Beglaubigungsstempel zur Wahrung der Rechtssicherung einzigartig sein musste, wurden solche Stempel ursprünglich bevorzugt aus Metall hergestellt, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts auch aus Gummi. Stempel dienten jedoch nicht nur der Siegelfunktion. Sie wurden auch zur Vereinfachung des Geschäftsgangs für Vermerke oder Adressen verwendet. Zur Unterscheidung von den Beglaubigungsstempeln gilt hier der Begriff Bürostempel. Ihr Gebrauch erreichte in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts seinen Höhepunkt. Mit dem Aufkommen der Computer wurden sie aus vielen Arbeitsbereichen verdrängt. Damit sind Bürostempel zu einem lebendigen Zeugnis einer im Schwinden begriffenen Arbeitswelt geworden.

Landesherren; Behörden und Institutionen; Städte; Güter; Köge; Notare; Firmen; Vereine und Vereinigungen; Privatpersonen.

770 Stück

1617-2006


Abt. 403.5: Siegelmarken

Ab 1867 wurden in Deutschland die bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts vereinzelt verwendeten Papiersiegelmarken als Briefverschlussmarken eingeführt. Sie lösten die bis dahin gebräuchlichen Wachssiegel ab. Grund für die Einführung war der Wegfall der Portofreiheit für die Länder, die sich im Norddeutschen Bund zusammengeschlossen hatten. Für jeden Brief musste nun eine Gebühr gezahlt werden. Um für Behörden den Postverkehr zu erleichtern, konnten die Einzelgebühren für Briefe durch eine Pauschalsumme abgegolten werden. Briefe, die durch solch eine Pauschalsumme abgedeckt waren, mussten mit einer Aversionalnummer versehen und durch eine Siegelmarke der absendenden Behörde verschlossen werden. Die Siegelmarken wurden zwar vor allem von Behörden benutzt, doch wurden sie bald auch von Firmen, Vereinen und anderen Institutionen übernommen. Die Hauptverwendungszeit der Siegelmarken lag zwischen 1870 und 1918, doch kam auch eine gelegentliche Verwendung bis in die 1950er-Jahre vor.

In die Siegelmarkensammlung sind vor allem zwei große Privatsammlungen eingegangen: Die Sammlung von Dr. med. Johannes Harting (1863-1957), der dem Landesarchiv 1957 über 6000 Siegelmarken vermachte, und die Sammlung von Fritz Tannert mit über 1100 Siegelmarken, die 1969 erworben wurde. Kleinere Schenkungen kamen später hinzu.

Zivil- und Militärbehörden vor allem der ehemals preußischen Provinzen mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein, Königreich Sachsen, Städte, Adel, Firmen, Vereine, Versicherungen.

8177 Stück

1870-1950


Abt. 403.6: Orden, Ehrenzeichen und Plaketten

Für besondere Leistungen verleiht der Ministerpräsident/die Ministerpräsidentin Auszeichnungen an Bürgerinnen und Bürger. Dazu gehören beispielsweise der Verdienstorden des Landes, in den die 1978 gestiftete Schleswig-Holstein-Medaille überging, sowie die Rettungsmedaille und die Ehrennadel des Landes.

Lebensrettungsmedaillen und zugehörige Erinnerungsplaketten; Gipsabgüsse; Gipsmodelle und Entwürfe zu verschiedenen Auszeichnungen; Jubiläumsplakette Stadt Lauenburg.

17 Stück

1949-1960


Abt. 403.7: Siegelabgüsse und Gussformen

Diese Abteilung enthält Reproduktionen, die in der Restaurierungswerkstatt des Landesarchivs für Ausstellungen oder zu Verkaufszwecken hergestellt wurden. Darüber hinaus sind hier aber auch Siegelabgüsse fremder Provenienz enthalten, die als Schenkungen oder durch Ausstellungen ins Landesarchiv gelangten.

Abgüsse von Siegeln nicht nur schleswig-holsteinischer Herkunft; Medaillen; Gilde- und Zunftsiegel; Stadt- und Klostersiegel; Siegel der Kaiser, Könige und Adligen; geistliche Siegel; Bürgersiegel.

273 Stück

9.-20. Jh.