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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Schleswig-Holstein insgesamt bis 1867

Abt. 47: Christian-Albrechts-Universität Kiel

Geschichte

Die Universität in Kiel wurde 1665 durch Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf gegründet, nach dem sie auch ihren Namen erhielt. Die Universität war im ersten Jahrhundert ihres Bestehens im ehemaligen Kieler Franziskanerkloster untergebracht, bis sie in den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts in der Nähe des Schlosses ein neues Gebäude erhielt. Eine Zeit inneren und äußeren Wachstums der Universität setzte mit der Eingliederung Schleswig-Holsteins in Preußen 1867 ein, was seinen sichtbaren Ausdruck in einem 1876 fertiggestellten Universitätsneubau fand, der bereits im Jahr 1902 erweitert wurde. Dieses Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und die Ruine einige Jahre später abgerissen. Nach 1945 wurde der Lehrbetrieb in einen ehemals gewerblich genutzten Gebäudekomplex am nördlichen Stadtrand von Kiel verlegt, der zur Keimzelle eines im Laufe der Jahrzehnte ständig ausgebauten und erweiterten neuen Campus wurde. 1963 kam es zu einer Ergänzung der bisher bestehenden Fakultäten um eine Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, 1969/70 wurde eine Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät gegründet und im Jahr 1990 eine Technische Fakultät.

Bestandsgeschichte

Die Akten der Universität, die bis in die Gründungszeit zurückreichen, sind ab 1934 als Depositum in das Landesarchiv gelangt. Bis zum Ende der 1990er Jahre waren allerdings von wenigen Ausnahmen abgesehen nur Akten aus der Zeit vor 1945 von der Universität abgegeben worden. Bedingt durch den Abschluss eines Kooperationsvertrages zwischen Universität und Landesarchiv und eine seit 2003 bestehende archivische und wissenschaftliche Betreuung des im Landesarchiv befindlichen Universitätsarchivs sind in den vergangenen zwei Jahren umfangreiche Neuzugänge jüngerer Universitätsakten hinzugekommen, die zur Zeit erschlossen und für die Benutzung aufbereitet werden.

Summarische Angaben zum Inhalt

Stiftung der Universität und ihr erteilte Privilegien; Verfassung; Lehrkörper und Beamte der Universität; Verwaltung; Konvikt; Stipendien; Krankenkasse; Universitätsinstitute und angeschlossene Institute; Studienordnung; Studierende und studentische Verbindungen; Akademische Feierlichkeiten; Geschenke und Stiftungen; Matrikeln, Statutenbücher und Protokolle.

Umfang 62 lfm | Laufzeit 1665-1996

Findmittel

Gedrucktes Findbuch: Veröffentlichungen des Schleswig-Holsteinischen Landesarchivs Nr. 90. Online open access: http://hup.sub.uni-hamburg.de/purl/HamburgUP_LASH_Findbuch47

Hinweis auf andere Bestände

Folgende Verzeichnisse der Christian-Albrechts-Universität befinden sich unter der Signatur E II 61 in der Bibliothek des Landesarchivs: Studierendenverzeichnisse 1834-1847 (mit Lücken); Verzeichnisse des Personals und der Studierenden 1863, 1883-1884, 1891-1919 (mit Lücken); Personalverzeichnisse 1920-1921; Vorlesungsverzeichnisse 1863-1874, 1894-1921 (mit Lücken); Personal- und Vorlesungsverzeichnisse 1924-2003 (mit Lücken).

Abt. 47.1: Kurator

Das Amt des Kurators wurde 1668 eingerichtet. Der Kurator wurde vom Landesherrn zur Visitation der Universität ernannt. Das Amt wurde 1975 aufgelöst.

Der Bestand umfasst die Akten des Kuratoriums aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Spätere Akten, deren Laufzeit in einzelnen Fällen kurz nach 1900 beginnt aber in fast allen Fällen erst nach 1945 endet, wurden vom Rektorat übernommen und weitergeführt. Daher und wegen der engen inhaltlichen Zusammenhänge zwischen den Beständen der Universität und des Kuratoriums im 20. Jahrhundert wurden diese jüngeren Akten des Kuratoriums in den zentralen Bestand der Universität (Abt. 47 ohne Unternummer) einsortiert.

Akten aus der Zeit des Kuratelkollegiums 1769-1774; Akten des Kuratoriums über allgemeine Universitätsangelegenheiten; Universitätsbehörden; Akademische Gerichtsbarkeit; Dekane und Fakultäten; Akademische Lehrer, ihre Witwen und Kinder; Studierende; Benefizien; Vorlesungen und Ferien; Universitätsinstitute; Akademische Gebäude und Anstalten; Universitätsverwandte; Rechnungswesen; Akten aus der Zeit des Vizekuratoriums Joh. Fr. Jensens 1831-1834; Akten über das Taubstummeninstitut 1802-1807 und das Sanitätskollegium 1803-1805.

14 lfm

1769-1873

Gedrucktes Findbuch: Veröffentlichungen des Schleswig-Holsteinischen Landesarchivs Nr. 91. Online open access: http://hup.sub.uni-hamburg.de/purl/HamburgUP_LASH_Findbuch47.1

Die Akten aus der Zeit der Kuratorialverwaltung des Oberpräsidenten v. Scheel-Plessen aus den Jahren 1866-1868 liegen in Abt. 59.3.


Abt. 47.2: Nachlässe von Professoren

Dieser Bestand umfasste ursprünglich die Nachlässe verschiedener Professoren. Um der Einheitlichkeit willen wurde der Bestand 1977 aufgelöst und die Nachlässe in Abt. 399 einsortiert (siehe Bestandsgruppe "Nachlässe").


Abt. 47.3: Studentische Verbände und Verbindungen

Diese Abteilung enthält nur ein Rundschreiben des Vereins abstinenter Studenten (Nordmark).

6,4 lfm

1875-1982


Abt. 47.4: Theologische Fakultät

Die Theologische Fakultät ist eine der vier Fakultäten, die seit der Gründung der Universität 1665 bestehen. Sie diente am Anfang vor allem für die Ausbildung der Pastoren des Herzogtums Holstein-Gottorf.

Statuten; Gutachten; Personalia; Prüfungsakten; Promotionen; Verschiedene Fakultätsangelegenheiten.

0,5 lfm

1670-1849, 1939-1969


Abt. 47.5: Juristische Fakultät

Die bereits 1665 eingerichtete Fakultät übte neben der Lehrfunktion zugleich auch Rechtsgutachtertätigkeit durch das sogenannte Spruchkollegium bis 1879 aus. Sie wurde 1913 durch Einbeziehung der Volkswirtschaftler zur Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät erweitert. 1970 erfolgte die Abtrennung der Wirtschaftswissenschaften und die Umwandlung in eine selbständige Rechtswissenschaftliche und eine selbständige Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät.

Protokollbuch; Promotionsakten; Promotions- und Habilitationsurkunden; Verschiedene Fakultätsangelegenheiten. - Akten des Spruchkollegiums: Protokolle; Rechnungssachen; Urteile und rechtliche Gutachten; Spruchakten.

8,5 lfm

1670-1972


Abt. 47.6: Medizinische Fakultät

Die Medizinische Fakultät ist eine der vier Gründungsfakultäten der Universität. Sie übte neben ihrer Lehrfunktion zugleich auch die Tätigkeit einer obersten Medizinalbehörde bis zur Eingliederung Schleswig-Holsteins in Preußen aus.

Die Altregistratur der Medizinischen Fakultät war längere Zeit geteilt. Einiges befand sich bei der Fakultät selbst und einiges im Institut für Geschichte der Medizin und Pharmazie. Von der Medizinischen Fakultät erfolgten 1966, 1983 und 1990 Abgaben an das Landesarchiv. Die im Institut für Geschichte der Medizin und Pharmazie verwahrten Unterlagen wurden 1990 ebenfalls ins Landesarchiv überführt und in die Abt. 47.6 eingeordnet. Das Archiv der Medizinischen Fakultät ist das einzige Fakultätsarchiv, das nahezu vollständig erhalten geblieben ist.

Fakultätsstatuten; Protokolle und Korrespondenzen; Einrichtung und Wiederbesetzung von Lehrstühlen; Gerichtsmedizinische Gutachten; Personalakten; Prüfungsakten; Promotions- und Habilitationsurkunden; Verschiedene Fakultätsangelegenheiten.

10 lfm

1665-1974


Abt. 47.7: Philosophische Fakultät

Die Fakultät wurde 1665 eingerichtet. 1913 erfolgte die Abtrennung der Staats- und Wirtschaftswissenschaften und deren Vereinigung mit der Jurisprudenz zu einer Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. 1953 wurde die Philosophische Fakultät in eine geisteswissenschaftliche und eine naturwissenschaftliche Abteilung geteilt; 1963 entstand neben der Philosphischen Fakultät eine selbständige Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät.

Konviktsakten; Prüfungsakten; Promotions- und Habilitationsurkunden; Verschiedene Fakultätsangelegenheiten; Akten des Germanistischen Seminars.

2 lfm

(1665-) 1681-1991


Abt. 47.9: Flugblätter von der Universität

Bei diesem Bestand handelt es sich um eine Sammlung, die aus verschiedenen Abgaben erst im Landesarchiv zusammengestellt wurde. Die Flugblätter und andere Informationsschriften wurden nicht von der Universität und ihren Einrichtungen herausgegeben, sondern von unterschiedlichsten, vor allem politischen Gruppierungen im Universitätsbereich verteilt.

Die ersten Abgaben von Flugblättern sind durch die Universitätsbibliothek erfolgt, wo sie im Laufe der entsprechenden Jahre von dortigen Mitarbeitern gesammelt worden waren. Eine weitere große Abgabe erhielt das Landesarchiv Schleswig-Holstein von Prof. Dr. Rudolf Hiestand, seinerzeit Angehöriger des Historischen Seminars, der in den Jahren 1968-1976 regelmäßig und systematisch Flugblätter und andere Informationsschriften in der Mensa und an anderen Orten gesammelt hat. Weitere Sammlungen stammen von Angehörigen der Pädagogischen Hochschule Kiel, die dann über die Altregistratur der ehemaligen Pädagogischen Hochschule/Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität an das Landesarchiv kamen, ergänzt um kleinere Abgaben von Einzelpersonen.

Flugblätter, insbesondere des Allgemeinen Studentenausschusses (Asta) sowie studentischer Gruppierungen aus dem Bereich der Universität; Informationsschriften

2 lfm

1968-1983


Abt. 47.10: Universitätsbibliothek

Bei der Gründung und Einrichtung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Jahre 1665 bildete die Bibliothek der Bordesholmer Fürstenschule, die aus der alten Stiftsbibliothek des um 1550 aufgelösten Bordesholmer Augustinerchorherren-Stiftes hervorgegangen war, mit ihren Handschriften und Drucken den Grundstock der neuen Universitätsbibliothek. Sie erhielt ihren Platz wie die gesamte Universität im ehemaligen Kieler Franziskanerkloster, das nach der Reformation als Heilig-Geist-Hospital gedient hatte. Ab den 1770er Jahren war die Universitätsbibliothek für ungefähr hundert Jahre im Schloss untergebracht, bis schließlich in preußischer Zeit 1884 ein eigenes Bibliotheksgebäude in der Brunswiker Str. 2 errichtet wurde. Die 1907 durch einen Anbau erweiterte Universitätsbibliothek wurde jedoch am 29. April 1942 durch einen Bombenangriff zerstört und verlor mit 250.000 Bänden fast die Hälfte ihres Bestandes. 1966 erhielt die Bibliothek ein neues Gebäude an der Ecke Westring/Olshausenstraße, das aber bald zu klein war, so daß nach der Errichtung von Zweigstellen schließlich im April 2001 das neue Bibliotheksgebäude in der Leibnizstraße bezogen werden konnte. Daneben bestehen weiterhin Außenstellen für die Medizinische Abteilung in der Brunswik und für die Ingenieurwissenschafliche Abteilung im Gebäude der Technischen Fakultät am Ostufer.

Die Verwaltungsakten der Universitätsbibliothek, die diesen Bestand bilden, wurden bis in die jüngste Vergangenheit als Altregistratur bei der Bibliothek selbst aufbewahrt, bis schließlich am 28. Oktober 1981 eine kleinere Abgabe von Personalakten und von Akten der Plankton-Expedition erfolgte. Die Akten der Plankton-Expedition gehören im eigentlichen Sinne nicht zur Registratur der Bibliothek selbst, wurden aber dort aufbewahrt. Eine umfangreichere Abgabe der gesamten Altregistratur erfolgte im Jahr 2002.

Schriftwechsel mit übergeordneten Behörden, mit dem Rektor, den Fakultäten, den Instituten, der Bibliothekskommission und anderen Institutionen; Personalakten; Haushaltspläne; Verwaltung der Bibliothekszugänge; Akten der Planktonexpedition.

1 lfm

1793-1975


Abt. 47.11: Sonderforschungsbereiche

Sonderforschungsbereiche wurden Ende der 1960er Jahre bundesweit an den Hochschulen zur Durchführung von Großforschungsprojekten, an denen mehrere Fächer kooperativ beteiligt sind, eingeführt. Der 1969 eingerichtete erste Sonderforschungsbereich an der Kieler Universität, der Sonderforschungsbereich 17 (Skandinavien und Ostseeraumforschung), wurde 1984 wieder aufgelöst. In den folgenden Jahren kamen wirtschaftswissenschaftliche, medizinische und meereskundliche Sonderforschungsbereiche dazu.

Die Akten des Sonderforschungsbereiches 17 sind in den Jahren 1984 und 1986 an das Landesarchiv abgegeben worden. Von anderen Sonderforschungsbereichen liegen bisher noch keine Akten vor.

Sonderforschungsbereich 17: Skandinavien und Ostseeraumforschung: Allgemeines; Forschungs-, Arbeits- und Jahresberichte; Finanzierungsanträge.

8 lfm

1966-1984


Abt. 47.12: Agrarwissenschaftliche Fakultät

1873 wurde ein Lehrstuhl für Landwirtschaft und ein Landwirtschaftliches Institut in der Philosophischen Fakultät eingerichtet. 1934 erfolgte die Auflösung des landwirtschaftlichen Studiums in Kiel, das1946 mit einer selbständigen Landwirtschaftlichen Fakultät neu begründet wurde.

Promotions- und Habilitationsurkunden.

0,2 lfm

1947-1972


Abt. 47.13: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

Die wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen waren zunächst in der Philosophischen Fakultät angesiedelt. 1913 kam es zur Einbeziehung der Volkswirtschaftler in die Juristische Fakultät und deren Erweiterung zur Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, die dann 1970 wieder in eine Rechtswissenschaftliche und eine Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät geteilt wurde.

Promotionsurkunden.

0,1 lfm

1970-1972


Abt. 47.14: Technische Fakultät