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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Schleswig-Holstein insgesamt bis 1867

Abt. 50: Oberappellationsgericht und Obergerichte 1834-1867

Bestandsgeschichte

Diese Abteilung fasst mehrere Bestände zusammen, die bisher unter den Bezeichnungen Abt. 50a, b und c, heute unter den Bezeichnungen Abt. 50.1, Abt. 50.2 und Abt. 50.3 geführt werden. Es handelt sich dabei um Gerichte, die nach der 1834 erfolgten Trennung von Justiz und Verwaltung in der mittleren Instanz eingerichtet wurden. In Abt. 50.3 befinden sich als Vorakten auch die seit 1713 beim Obergericht zu Gottorf entstandenen Justizsachen.

Abt. 50.1: Schleswig-Holstein-Lauenburgisches Oberappellationsgericht zu Kiel

Das Oberappellationsgericht wurde 1834 als Gerichtshof letzter Instanz für die drei Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg errichtet, war seit 1850 nur noch für Holstein und Lauenburg zuständig und bestand bis 1867.

Die Akten wurden für jedes Herzogtum gesondert geführt.

Generalakten; Personalakten; Schleswigsche Kriminalakten; Holsteinische Kriminalakten (dabei politische Prozesse, chronologisch geordnet); Schleswigsche Zivilakten; Holsteinische Zivilakten (alphabetisch nach Appellanten geführt); Gutachten; Alphabetische und systematische Registranten, letztere mit Hinweisen auf den rechtlichen Gehalt einzelner Sachen und die in ihnen getroffenen Entscheidungen.

15 lfm

1834-1867

Die entsprechenden lauenburgischen Akten befinden sich in Abt. 218 (siehe Bestandsgruppe "Herzogtum Lauenburg").


Abt. 50.2: Holsteinische Landesdikasterien zu Glückstadt

Die 1834 errichteten und bis 1867 bestehenden Holsteinischen Landesdikasterien umfassten das Holsteinische Obergericht, Oberkonsistorium, Oberkriminalgericht, Landgericht und Landoberkonsistorium. Die Einrichtungen waren der Gerichtsbarkeit nach gesondert, von der inneren Organisation her aber eng miteinander verbunden. Eine eigene Zuständigkeit für Lauenburg kam hinzu.

Staaten und Regenten; Königliches Haus; Holsteinische Landesregierung; Herzogtum Holstein; Stadt und Stift Lübeck; Stadt und Domkapitel Hamburg; Deiche, Schleusen und Wassersachen; Wegesachen; Medizinalwesen; Allgemeine Zivil-, Justiz- und Regierungssachen; Vormundschaftliche Sachen; Konsistorialsachen; Münzsachen; Adel; Adlige Güter; Ämter; Städte; Zivilprozesse und sonstige zivilrechtliche Angelegenheiten, namentlich Nachlasssachen (alphabetisch nach Klägern, Supplikanten, Produzenten); Archivsachen; Registranten, vom Glückstädter Obergericht übernommen und fortgeführt; Schuld- und Pfandprotokolle; Verzeichnisse der zu verhandelnden Sachen (Catalogi causarum).

38 lfm

(1647-) 1834-1867

Die lauenburgischen Akten befinden sich in Abt. 218 (siehe Bestandsgruppe "Herzogtum Lauenburg").


Abt. 50.3: Schleswigsches Obergericht und Nachfolgegerichte bis 1867

Das Schleswigsche Obergericht bestand unter diesem Namen von 1713 bis 1834 und trug dann die Bezeichnung Schleswigsche Landesdikasterien auf Gottorf (1834-1850). In den Folgejahren bis 1852 wechselte die Bezeichnung zu Landesdikasterien auf Gottorf. Anschließend wurde die Einrichtung zum Appellationsgericht für das Herzogtum Schleswig zu Flensburg (1852-1867).

Die Abteilung umfasst das Archiv, das beim Gottorfer Obergericht und seinen Nachfolgebehörden in dem Zeitraum 1713-1867 in Justiz- und Justizverwaltungssachen erwachsen und jeweils in demselben tief gegliederten System verzeichnet worden ist und daher eine Einheit bildet. Aus der Zeit bis 1850 enthält es die Akten der fünf der Gerichtsbarkeit nach gesonderten, aber in der inneren Organisation eng miteinander verbundenen Gerichtshöfe: Schleswigsches Obergericht, Oberkonsistorium, Oberkriminalgericht, Landgericht und Landoberkonsistorium.

Beamte und Behörden; Militärsachen; Verfassung und besondere Rechtsverhältnisse einzelner Stände; Kommünen; Korporationen; Stiftungen und privilegierte Personen; Verhältnisse des Kirchenrechts; Kriminalverfahren; Strafen und deren Vollziehung; Einzelne Verbrechen; Gegenstände des Zivilprozesses; Gerichtsverfassung und Bezirke; Anwälte und Notare; Prozessualisches Verfahren; Konkursprozess und Konkursordnung; Nichtprozessualische Funktionen der Gerichte; Examina; Personenrechte; Vormundschaft; Ehe; Sachenrecht; Bäuerliche Verhältnisse; Schuld- und Pfandprotokolle; Obligationenrecht; Erbrecht; Erbfolge nach Jütischem Low, Nordstrander Landrecht, Eiderstedter Landrecht, Lübschem Recht, Fehmarn`schem Landrecht und sonstigen Spezialstatuten; Testamente; Verzeichnisse der zu verhandelnden Sachen (Catalogi causarum); Aktenverzeichnisse zu einzelnen Sachgruppen; Diarien und Journale 1834-1867; obergerichtliche und landgerichtliche Schuld- und Pfandprotokolle.

54 lfm

1714-1867