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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Landesverwaltung seit 1946

Abt. 510: Landesfinanzamt/Oberfinanzpräsident/Oberfinanzdirektion

Geschichte

Durch die Erzberger`sche Finanzreform von 1919 kam es zu einer reichseinheitlichen Organisation der Finanzverwaltung. Für die Provinz Schleswig-Holstein wurde in Kiel ein Landesfinanzamt eingerichtet mit den Abteilungen für Besitz- und Verkehrssteuern sowie für Zölle und Verbrauchssteuern. Das Landesfinanzamt Kiel hatte auch die Aufsicht über die Finanz-, Hauptzoll- und Zollämter. Zugleich wurde ihm die Reichsvermögensverwaltung in seinem Bezirk übertragen und damit auch Aufgaben der Bau- und Liegenschaftsverwaltung. Durch Reichsgesetz vom 27.2.1934 wurden die Landesfinanzämter Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Lübeck aufgehoben; an ihre Stelle trat ein neues Landesfinanzamt für beide Bezirke mit Sitz in Kiel. 1937 wurde dessen Behördenbezeichnung in die personalisierte Form Oberfinanzpräsident Nordmark geändert. Die deutsche Teilung beendete die Zuständigkeit für Mecklenburg. Nach 1950 kam es zu einer Umwandlung der Behördenbezeichnung in Oberfinanzpräsidium und schließlich in Oberfinanzdirektion. Dabei wurde die Finanzverfassung geändert. Die Oberfinanzdirektion war mit Bundes- und Landesabteilungen gewissermaßen Bundes- und Landesbehörde gleichermaßen. In den Jahren zwischen 1999 und 2003 kam es zu grundlegenden Umstrukturierungen der OFD Kiel. Die Landesvermögens- und Bauabteilung der OFD Kiel wurde zum 1. 7.1999 einer Anstalt des öffentlichen Rechts, dem "Gebäudemanagement Schleswig-Holstein" (GMSH), übertragen. Die Bundesvermögensabteilung für den Zuständigkeitsbereich Schleswig-Holstein wurde in die OFD Rostock eingegliedert mit einer in Kiel verbleibenden Außenstelle; die Zoll- und Verbrauchssteuerabteilung kam zur OFD Hamburg. Zum 1. September 2003 wurde die Oberfinanzdirektion Kiel aufgelöst. Die dort noch bestehenden Landesaufgaben gingen an das Finanzministerium über.

Bestandsgeschichte

Die Überlieferung der Oberfinanzdirektion bzw. ihrer Vorgängerbehörden wurde zum überwiegenden Teil in den Jahren zwischen 1995 und 2002 ins Landesarchiv übernommen. Dabei waren auch in größerem Umfang Akten aus der Zeit vor 1945 erhalten.

Summarische Angaben zum Inhalt

Haushalts- und Personalangelegenheiten; Geschäftsberichte; Steuern und Zölle; Einzelfallakten der Devisenstelle; Besatzungsschäden, dabei Härteausgleich und Internierungsschäden; Rückerstattung von Vermögenswerten an NS-Opfer; Manöverschäden; Fiskalerbschaften; Liegenschafts- und Bauverwaltung, dabei Olympiabauten in Kiel (1972) und Kunst am Bau.

Umfang 147 lfm | Laufzeit (1903-) 1919-1999