Landesportal Schleswig-Holstein

Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Reichs- und Bundesbehörden seit 1871

Abt. 513: Hauptzollämter und Zollämter

Geschichte

Mit der 1867 erfolgten Eingliederung der Herzogtümer Schleswig und Holstein in den preußischen Staat kam es auch hier zur Übernahme des preußischen Zollrechts. Oberste Zollbehörde wurde die Provinzial-Steuerdirektion mit Sitz in Glückstadt, ab 1873 in Altona. Ihr unterstanden bis zur Gründung des Landesfinanzamtes Schleswig-Holstein im Jahre 1919 sowohl die neu geschaffenen Hauptzoll- und Hauptsteuerämter als auch die Lehranstalt für Zoll- und Steuerbeamte. Die Zahl der Hauptzoll- und Hauptsteuerämter war laufenden Schwankungen unterworfen. Das Staatshandbuch von 1872 nennt für die Provinz Schleswig-Holstein sechs Hauptzollämter (Hadersleben, Itzehoe, Neustadt, Ottensen, Tönning und Wandsbek) und sechs Hauptsteuerämter (Flensburg, Heide, Kiel, Rendsburg, Schleswig und Tondern). Im Jahre 1909 gab man die Unterscheidung zwischen Hauptsteuer- und Hauptzollämtern auf. Ihre Funktionen wurden künftig von neun Hauptzollämtern mit Sitz in Altona, Ottensen, Flensburg, Hadersleben, Itzehoe, Kiel, Neustadt, Tönning und Wandsbek wahrgenommen. Nach der Finanzreform von 1919 wurde die deutsche Zollverwaltung dreistufig organisiert mit dem Bundesministerium der Finanzen an der Spitze. Mittelbehörde war die Oberfinanzdirektion Kiel. In deren Zoll- und Verbrauchsteuerabteilung lag die Aufsicht über die nachgeordneten örtlichen Zollbehörden. Die Hauptzollämter und die Zollämter verwalteten die Zölle, die bundesgesetzlich geregelten Verbrauchsteuern sowie die Abgaben im Rahmen der Europäischen Union. Sie waren außerdem zuständig für die zollamtliche Überwachung des Warenverkehrs über die Grenze und für die Grenzaufsicht. Eine Besonderheit unter den vier schleswig-holsteinischen Hauptzollämtern stellte das Kieler Hauptzollamt mit seiner Zuständigkeit für den Zollfreihafen Kiel dar.

Bestandsgeschichte

Der Bestand ist nach Unterprovenienzen geordnet, die vom Überlieferungsumfang her jeweils weniger als einen laufenden Meter umfassen und hier zusammengefasst sind. Von den Hauptzollämtern Itzehoe und Kiel liegt eine umfangreichere Überlieferung vor, die auch bis 1844 zurückreichende Vorakten enthält.

Summarische Angaben zum Inhalt

Sitzungen und Tagungen; Personalangelegenheiten; Zollbegünstigungen; Verbrauchsteueraufsicht; Betriebsprüfungen; Bekämpfung von Schwarzarbeit; Überwachung der Fischereizonen; Hafen- und Fährsachen; Grenzaufsicht; Zollkommissariat Ostsee. - Vorhanden sind Unterlagen aus folgenden Hauptzollämtern: Altona-Ottensen; Flensburg; Hadersleben; Husum; Itzehoe; Kiel; Lübeck; Neustadt; Tönning; Wandsbek.

Umfang 15 lfm | Laufzeit (1844) 1867-2001

Hinweis auf andere Bestände

Vorakten befinden sich im Bestand der Obersten Zoll- und Kommerzbehörden in den Herzogtümern und in Kopenhagen 1760-1867 (Abt. 68, siehe Bestandsgruppe "Schleswig-Holstein insgesamt"). Aufsichtsakten liegen im Bestand der Provinzial-Steuerdirektion (Abt. 306, siehe Bestandsgruppe "Preußische Verwaltung"), außerdem in der Überlieferung der Oberfinanzdirektion (Abt. 510, siehe Bestandsgruppe "Landesverwaltung").