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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Schleswig-Holstein insgesamt bis 1867

Abt. 55: Militärische Behörden der Erhebungszeit 1848-1851

Geschichte

Die schleswig-holsteinische Erhebung gegen Dänemark war Teil der revolutionären Bewegungen des Jahres 1848, mit denen in weiten Teilen Europas liberale Verfassungen durchgesetzt werden sollten. Die von den schleswig-holsteinischen Aufständischen am 24. März 1848 gegründete Provisorische Regierung sicherte sich mit der handstreichartigen Besetzung der Festung Rendsburg von Anfang an eine gewisse militärische Machtbasis. Die revolutionäre schleswig-holsteinische Armee, die den Truppen des dänischen Königs gegenüberstand, war, durch die Ereignisse bedingt, schnell zusammengestellt und war stark geprägt durch Freikorps, Kieler Studentenkorps und andere Freiwillige. Im Verlauf der kriegerischen Ereignisse wurde das Eingreifen anderer Mächte, insbesondere Preußens, ausschlaggebend. Die schriftlichen Unterlagen der schleswig-holsteinischen Armee, die bei verschiedenen Stellen entstanden sind, bei der Provisorischen Regierung ebenso wie bei einzelnen militärischen Einheiten, wurden in diesem Bestand zusammengefasst.

Bestandsgeschichte

Die Akten der schleswig-holsteinischen Zivil- und Militärbehörden aus der Zeit der Erhebung wurden in den Folgejahren der kriegerischen Ereignisse nach Kopenhagen gebracht und von dort teilweise zwischen 1873 und 1876 an Preußen ausgeliefert. Diese Akten sind auf unterschiedlichen Wegen in das Landesarchiv Schleswig-Holstein gelangt. Zum Teil geschah das bereits nach 1877 über die preußische Provinzialregierung, zum Teil wurden die Akten bis 1919 im preußischen Kriegsministerium verwahrt, dann in das Geheime Staatsarchiv in Berlin-Dahlem überführt und 1929 als sogenannte Berliner Abgabe in das damalige Staatsarchiv Kiel übernommen. Die bis dahin noch in Kopenhagen befindlichen Teile des Bestandes wurden entsprechend einer Vereinbarung mit Dänemark im Jahr 1936 an Preußen abgegeben und befinden sich heute ebenfalls im Landesarchiv Schleswig-Holstein. Die überlieferungsgeschichtlich bedingten Aufteilungen des Bestandes sind durch ihre Zusammenführung im Landesarchiv größtenteils bereinigt, jedoch ist die innere Ordnung dem bisher nicht gefolgt. Eher willkürlich entstandene Überlieferungen wie die Berliner oder Kopenhagener Abgabe sind daher noch als Korpus zusammen und in diesen Gruppen innerhalb der Abt. 55 zu zitieren.

Summarische Angaben zum Inhalt

Akten des Kriegsdepartements der Regierung und des Generalkommandos der schleswig-holsteinischen Truppen sowie einzelner Einheiten: Stammrollen der einzelnen Truppenteile; Personalangelegenheiten und Personalersatz; Verlustlisten; Armeebefehle und Angelegenheiten der Freikorps; Angelegenheiten der Festungen; Lazarettverwaltung; Gefechtsberichte und Kriegstagebücher. - Akten der Marinekommission und des Ingenieurkorps. - Intendantursachen und Kassenwesen. - Militärgerichtsbarkeit (Auditorialsachen).

Umfang 46 lfm | Laufzeit 1848-1852

Findmittel

Gedrucktes Findbuch: Veröffentlichungen des Landesarchivs Schleswig-Holstein Nr. 97: Online open access: http://hup.sub.uni-hamburg.de/products-page/publikationen/89/

Hinweis auf andere Bestände

Akten des Kriegsdepartements sind auch im Bestand "Regierungen der Herzogtümer während der Erhebung 1848-1851" zu suchen (siehe Abt. 51). Akten des Generalkommandos befinden sich zum Teil auch im Augustenburger Hausarchiv (siehe Abt. 22).