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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Schleswig-Holstein insgesamt bis 1867

Abt. 59: Österreichischer Statthalter und preußischer Gouverneur bzw. Oberpräsident 1865-1866/1868

Geschichte

Entsprechend der Badgasteiner Konvention vom 14. August 1865 sollte die Ausübung der gemeinsamen Rechte Österreichs und Preußens in den Herzogtümern in der Weise getrennt werden, dass Holstein durch Österreich zu verwalten war und Schleswig durch Preußen. Dieses hatte zunächst mit Wirkung vom 15. September 1865 die Auflösung der Österreichisch-preußischen Obersten Zivilbehörde für die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg zur Folge. An deren Stelle wurden je eigene österreichische und preußische Verwaltungen eingerichtet. Im Vorfeld der kriegerischen Auseinandersetzungen des Jahres 1866 zwischen Preußen und Österreich übernahm Preußen im Juni 1866 die Regierungsgewalt in Holstein und ernannte am 10. Juni 1866 den Baron Carl v. Scheel-Plessen zum preußischen Oberpräsidenten für beide Herzogtümer mit Sitz in Kiel. Im Prager Frieden vom 23. August 1866 trat Österreich endgültig seine Rechte in Schleswig-Holstein an Preußen ab.

Bestandsgeschichte

In diesem Bestand sind die Akten der österreichischen und der preußischen Verwaltung nach deren Trennung vom 15. September 1865 als Abt. 59.1 und Abt. 59.2 zusammengefasst. In einer Abt. 59.3 befinden sich die Akten des Barons v. Scheel-Plessen in seiner Funktion als preußischer Oberpräsident der Übergangszeit. Zur besonderen überlieferungsgeschichtlichen Problematik der sogenannten Übergangsbehörden von 1863 bis 1868 (Abt. 57 bis 62) sei auf die Bemerkungen in der Bestandsgeschichte zu Abt. 57 verwiesen.

Hinweis auf andere Bestände

Die Akten der Österreichisch-preußischen Obersten Zivilbehörde für die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg als Vorgängerbehörde befinden sich in Abt. 58. Die in der politischen Entwicklung folgenden Akten des Oberpräsidenten bzw. Regierungspräsidenten der preußischen Provinz Schleswig-Holstein sind in Abt. 301 und Abt. 309 (siehe Bestandsgruppe "Preußische Verwaltung"). Zum Bestand Kurator der Christian-Albrechts-Universität Kiel siehe Abt. 47.

Abt. 59.1: Österreichischer Statthalter für das Herzogtum Holstein

Am 15. September 1865 wurde der österreichische Feldmarschallleutnant Ludwig von Gablenz zum Statthalter für das Herzogtum Holstein berufen. Sein Sitz war das Kieler Schloss. Die Amtszeit des österreichischen Statthalters und der von ihm geführten Kieler Regierung endete am 10. Juni 1866 mit der Besetzung des Herzogtums Holstein durch preußische Truppen.

Ein- und Ausgangsjournale; Ständeversammlung und Deutscher Bund; Justizsachen; Kirche und Schule; Finanzen; Forst- und Landwirtschaftssachen; Verfassung der Städte; Gewerbe; Handel und Schifffahrt; Polizeisachen; Stiftungen; Verkehr; Militärwesen.

3 lfm

1865-1866

Gedrucktes Findbuch: Veröffentlichungen des Landesarchivs Schleswig-Holstein Nr. 97: Online open access: http://hup.sub.uni-hamburg.de/products-page/publikationen/101/


Abt. 59.2: Preußischer Gouverneur für das Herzogtum Schleswig

Am 15. September 1865 wurde der Generalleutnant Edwin von Manteuffel zum preußischen Gouverneur für das Herzogtum Schleswig ernannt. Er hatte seinen Sitz in der Stadt Schleswig. Zeitgleich wurde die gesamte Zivilverwaltung des Herzogtums Schleswig dem Freiherrn von Zedlitz übertragen. Die Amtszeit von Manteuffel und Zedlitz endete am 1. Oktober 1868. Die Schleswigsche Regierung in der bisherigen Form wurde aufgelöst und ihre Aufgabenbereiche in die neu gebildete Regierung für die preußische Provinz Schleswig-Holstein integriert.

Ein- und Ausgangsjournale; Behördenorganisation, Personalangelegenheiten und allgemeine Verwaltung; Militär; Politische Angelegenheiten; Polizei; Post und Telegafie.

3,5 lfm

1864-1868

Gedrucktes Findbuch: Veröffentlichungen des Landesarchivs Schleswig-Holstein Nr. 97: Online open access: http://hup.sub.uni-hamburg.de/products-page/publikationen/101/


Abt. 59.3: Oberpräsident für die Herzogtümer Schleswig und Holstein (von Scheel-Plessen) in Kiel

Am 10. Juni 1866 wurde Baron Carl v. Scheel-Plessen zum preußischen Oberpräsidenten für beide Herzogtümer mit Sitz in Kiel ernannt, was zur unmittelbaren Vorgeschichte des Krieges von 1866 gehört. Zeitgleich mit den kriegerischen Auseinandersetzungen wurde eine preußische Verwaltung eingerichtet. Aus dieser entwickelte sich die spätere Behörde des Oberpräsidenten der preußischen Provinz Schleswig-Holstein.

Der Bestand ist insbesondere durch die Person v. Scheel-Plessens eng verzahnt mit den Akten der Zivilverwaltung/Regierung für Holstein 1866-1868 (siehe Abt. 62.2). Zu beachten ist, dass es sich in Abt. 62.2 um die Verwaltungsakten für das zunächst noch bestehende Herzogtum Holstein handelt, während in Abt. 59.3 die Akten des Oberpräsidenten für Schleswig-Holstein aus derjenigen Zeit sind, in der die neue Provinz gebildet wurde. Der Bestand enthält auch Akten Scheel-Plessens aus seiner Funktion als Kurator der Kieler Universität.

Akten über die Eingliederung Schleswig-Holsteins in Preußen; Beziehungen zum Ausland; Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten; Justiz und Polizeisachen; Kirche und Schule; Universität Kiel; Stiftungs- und Armenwesen; Finanzen; Forst- und Fischereisachen; Land- und Wasserwirtschaft; Handel und Gewerbe; Schifffahrt und Verkehr; Strafanstalten; Militär; Zollwesen.

20 lfm

(1828-) 1866-1868 (-1874)

Gedrucktes Findbuch: Veröffentlichungen des Landesarchivs Schleswig-Holstein Nr. 97: Online open access: http://hup.sub.uni-hamburg.de/products-page/publikationen/101/