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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Landesverwaltung seit 1946

Abt. 661: Finanzministerium

Geschichte

Mit der Entstehung des Landes Schleswig-Holstein ist das Finanzministerium im Dezember 1946 als eigenes Ministerialressort eingerichtet worden. Vorausgegangen war nach der Auflösung der preußischen Provinzialverwaltung eine kurze Aufbauphase als sogenanntes Landesamt für Finanzen. In dem neu gebildeten Ministerium lag die Zuständigkeit für die Verwaltung des Landeshaushalts, für Grundsatzfragen des Steuerwesens und der Finanzwirtschaft sowie für Besoldungs- und Tarifangelegenheiten. Viele Einzelaufgaben aus diesem Umfeld sind aus der preußischen Provinzialverwaltung in das Finanzministerium übernommen worden. In den ersten Nachkriegsjahren war das Finanzministerium auch für die Bearbeitung finanzieller Folgen der NS-Zeit zuständig. Dazu gehörten die Vermögensabwicklung von NS-Organisationen, die Rückerstattung enteigneter Vermögen, der Lastenausgleich und die Besatzungsschäden. Diese Aufgaben wurden teilweise von eigenen Ämtern wahrgenommen, die dem Finanzministerium angegliedert waren. Dem Ministerium für Finanzen unterstellt waren auch die Landeshauptkasse in Kiel, die Landesbezirkskassen sowie weitere kleinere Kassen und Zahlstellen. Die Organisationsstruktur des Ministeriums blieb über lange Zeit relativ stabil. Ende der Fünfzigerjahre kam die Bauabteilung hinzu, deren Aufgabe die Planung und Betreuung der Landesbauten war. 1993 wurden die Reaktorsicherheit und die Energiewirtschaft aus dem Sozialministerium in das Finanzministerium übernommen, was zu einer Änderung der Ressortbezeichnung in Minister für Finanzen und Energie führte. Einen größeren Einschnitt bedeutete die Einrichtung der GMSH (Gebäudemanagement Schleswig-Holstein) als Anstalt des öffentlichen Rechts mit Wirkung vom 15. Juni 1999, die in mehreren Schritten bis zum 1. Juni 2003 bisher staatliche Aufgaben der Bau- und Liegenschaftsverwaltung übernahm.

Bestandsgeschichte

Der Aktenbestand des Finanzministeriums ist aufgrund der besonderen Struktur der Finanzverwaltung eng mit dem Bestand Landesfinanzamt/Oberfinanzpräsident/Oberfinanzdirektion verzahnt. Dort liegt für viele der im Bestand Finanzministerium überlieferten Aktengruppen eine direkte Ergänzung vor.

Summarische Angaben zum Inhalt

Dienststellenorganisation und Personalangelegenheiten des Finanzministeriums; Haushaltspläne und Haushaltsrechnungen des Landes; Steuergesetzgebung; Statistik; Steuerfahndung; Finanz- und Wirtschaftsberichte; Finanzverfassungsrecht; Bundesstaatlicher und kommunaler Finanzausgleich; Investitionsplanung; Vermögens- und Liegenschaftsverwaltung; Landesbürgschaften; Abwicklung von Reichs- und NSDAP-Vermögen; Abwicklung von Vermögen des Landes Preußen; Kasernenräumung; Währungsreform; Kriegsfolgelasten und Wiedergutmachung; Besatzungskosten; Flüchtlinge und Vertriebene; Lastenausgleich; Kriegsschäden und Trümmerbeseitigung; Spielbanken und Lotterien; Banken und Versicherungswesen; Einzelne Förderprogramme; Olympische Spiele in Kiel 1972; Besoldung im öffentlichen Dienst des Landes und der Kommunen; Unfallschäden mit Landesbeteiligung; Verteidigungslasten; Baumaßnahmen des Landes; Bebauungs- und Flächennutzungspläne; Denkmalschutz; Kernergie.

Umfang 269 lfm | Laufzeit (1921-) 1945-2005

Hinweis auf andere Bestände

Vorakten befinden sich im Bestand der Regierung zu Schleswig (Abt. 309) und des Provinzialverbandes (Abt. 371, siehe Bestandsgruppe "Preußische Verwaltung"). Vorakten zum Bereich Energie liegen im Bestand des Sozialministeriums (Abt. 761). Einzelfälle zum Bereich Rückerstattung und Besatzungsschäden sind im Bestand Oberfinanzdirektion zu suchen (Abt. 510).