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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Landesverwaltung seit 1946

Abt. 666: Ausgleichsämter

Geschichte

Die Arbeit der Ausgleichsämter beruhte auf dem Gesetz über den Lastenausgleich vom 14. August 1952. Dieses sogenannte Lastenausgleichsgesetz hatte das Ziel, materielle Folgen von Krieg und Kriegsfolgen für die Betroffenen durch ein System der Umverteilung zu mildern. Danach wurden verbliebene Vermögen, insbesondere Immobilien, nach einem bestimmten Schlüssel belastet. Der Erlös sollte der wirtschaftlichen Eingliederung von Personen helfen, die durch den Krieg bzw. die Kriegsfolgen ihr Vermögen verloren hatten. Die Aufgaben im Lastenausgleich wurden teils vom Bund über das Bundesausgleichsamt, teils im Auftrag des Bundes von den Ländern in Auftragsverwaltung erledigt. Zu diesem Zweck wurde in Schleswig-Holstein zum 1. August 1952 ein Landesausgleichsamt als Abteilung "Lastenausgleich und Landesausgleichsamt" im Finanzministerium eingerichtet. Es war zunächst zuständig für die wirtschaftliche und soziale Eingliederung der Vertriebenen, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigten sowie für ihre angemessene Entschädigung nach dem Lastenausgleichsgesetz. Diese Aufgaben liefen Mitte der 1990er-Jahre aus, an ihre Stelle trat die Zuständigkeit für die Integration von Flüchtlingen aus der ehemaligen DDR und von Aussiedlern. Seit der deutschen Wiedervereinigung kam als neue Aufgabe die Leistungsrückforderung hinzu, die sich aus der Rückgabe von Eigentum in den ostdeutschen Bundesländern ergaben. Die Durchführung der Schadensfeststellung erfolgte in Ausgleichsämtern, die in wechselnder Zahl in jedem Stadt- und Landkreis eingerichtet waren. Beschwerden über Entscheidungen in Fragen des Lastenausgleichs konnten bei den sechs im Oktober 1952 gebildeten Beschwerdeauschüssen eingereicht werden. Sie hatten ihren Sitz in Elmshorn, Husum, Kiel, Lübeck, Neumünster und Schleswig. Die Beschwerdeausschüsse wurden im Januar 1994 aufgelöst, ihre Aufgaben übernahm das Landesausgleichsamt. Mit Wirkung vom 1. Januar 2006 wurde das Landesausgleichsamt in die Allgemeine Abteilung des Finanzministeriums integriert. Im Jahr 2007 bestanden in Schleswig-Holstein noch vier Ausgleichsämter in Itzehoe, Lübeck, Neumünster und Rendsburg. Ihre Hauptaufgabe war die Berechnung der Kriegsschadenrenten sowie die Durchführung von Rückforderungsverfahren bei nachträglichem Schadensausgleich.

Bestandsgeschichte

Nach dem Gesetz über die zentrale Archivierung von Unterlagen aus dem Bereich des Kriegsfolgenrechts vom 6. Januar 1988 nahm im Juni 1989 das Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth als bundesweit zentrale Einrichtung seine Arbeit auf. Es ist eine Außenstelle des Bundesarchivs. Die zentrale Lastenausgleichsüberlieferung ist hier zu suchen. In Schleswig liegen nur kleine Überlieferungssplitter mit Schadensangelegenheiten der Nachkriegszeit.

Summarische Angaben zum Inhalt

Schadensakten.

Umfang 1 lfm | Laufzeit 1962-1964

Hinweis auf andere Bestände

Lastenausgleichsangelegenheiten befinden sich auch im Bestand der Finanzämter (Abt. 511).