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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Schleswig-Holstein insgesamt bis 1867

Abt. 7: Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf 1544-1713

Geschichte

Am 19. August 1544 setzte König Christian III. auf einem Landtag zu Rendsburg gegen erhebliche Widerstände eine Landesteilung durch, die für die Verfassung der Herzogtümer Schleswig und Holstein von grundlegender Bedeutung war und für zwei Jahrhunderte die Geschichte Nordeuropas in wesentlichem Maße mitprägte. Von den inzwischen mündig gewordenen Stiefbrüdern Christians III. wurde Herzog Adolf Landesherr in demjenigen Anteil der beiden Herzogtümer, zu dem Schloss Gottorf gehörte, während Christian III. selbst den Sonderburger Teil und sein Bruder Johann (der Ältere) den Haderslebener Teil erhielt. Die Herrschaft wurde nach der Höhe der Einkünfte geteilt, und die jeweils königlichen oder herzoglichen Ämter waren bunt durcheinandergewürfelt. Gemeinsam blieben wie früher die Gebiete der Ritterschaft und der adligen Klöster sowie die Landtage, die oberste Rechtsprechung, die allgemeine Gesetzgebung, die landständischen Steuern, das Heerwesen und die Kirchenordnung.

Bestandsgeschichte

Nach der Landesteilung 1544 wurden die speziell auf königliche beziehungsweise herzogliche Landesteile bezogenen Urkunden dem Gemeinschaftlichen Archiv (siehe Abt. 1) entnommen und dem jeweiligen Landesherrn übergeben. Die Gottorfischen Registraturen und Archive der Zeit bis 1713 sind durch Kriege, Flüchtungen und andere Ereignisse vielfach dezimiert, durcheinandergebracht und geteilt worden. Sie wurden in einem Bestand vereinigt. Dabei wurde darauf verzichtet, die Akten der einzelnen Behörden wie beispielsweise der Justizkanzlei, der Rentekammer oder des Geheimen Rates nach ihrer Provenienz zu sondern. Die Urkunden sind als Urk.-Abt. 7 gesondert erschlossen und gelagert; sie stammen größtenteils aus der 1936 erfolgten Abgabe des Reichsarchivs Kopenhagen. Neben den eigentlich herzoglichen Urkunden liegen im Bestand vielfach auch Urkunden klösterlicher Provenienz aus gottorfisch gewordenen Gebieten vor. Von den gottorfischen Akten aus der Zeit vor 1713 wurde der bis 1980 als Depositum des Herzogs von Oldenburg im Staatsarchiv Oldenburg befindliche Teil als Nachtrag ins Landesarchiv Schleswig-Holstein übernommen und der Abt. 7 zugefügt.

Summarische Angaben zum Inhalt

Urkunden (524 Nrn.): Herzogliches Haus; Lehnssachen; Urkunden des Mittelalters von der Landesherrschaft sowie auch von den Klöstern Neumünster/Bordesholm, St. Johannis Lübeck/Cismar, Reinbek und Reinfeld.

Akten: Fürst, Hof und Zentralverwaltung; Auswärtiges; Gemeinsame Regierung; Landesvisitationskommissionen; Justiz; Testamente und Stiftungen; Schulsachen; Universität Kiel; Armensachen; Eheangelegenheiten; Finanzen und Zoll; Wege; Herzogliche Häuser und Besitzungen; Bausachen; Forsten, Fischerei und Mühlen; Deiche und Köge; Münzsachen; Handwerker und Privilegierte; Handel und Schifffahrt; Strand-, Post- und Rollfuhrsachen; Polizei; Militaria; Ämter und Landschaften; Städte; Domkapitel und Domkirche zu Schleswig; Adlige Klöster, Kirchen und Güter; Adel, Bauern und Bürger.

Umfang 195 lfm | Laufzeit 1059-1727

Findmittel

Gedrucktes Findbuch: Veröffentlichungen des schleswig-holsteinischen Landesarchivs Nr. 4, 5, 11.

Hinweis auf andere Bestände

Der Bestand umfasst das Archiv der Gottorfer Herzöge bis zur Besetzung des Landes durch dänische Truppen im Jahr 1713. Für die Folgezeit bis zum Tauschvertrag von 1773 sind betreffend Holstein die Abt. 8.1, 8.2 und 8.3 heranzuziehen sowie betreffend Schleswig die Abt. 13. Gottorfische Urkunden befinden sich auch in den Urk.-Abt. A, B und C sowie in Urk.-Abt. 8. Das Herzogtum Schleswig betreffende gottorfische Urkunden sind auch im Reichsarchiv Kopenhagen zu suchen.