Landesportal Schleswig-Holstein

Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Landesverwaltung seit 1946

Abt. 761: Sozialministerium

Geschichte

Das Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein ist mit der Herausbildung sachlich gegliederter Ressorts der neuen Landesregierung entstanden. Nach kurzer Übergangszeit als Landesamt für Volkswohlfahrt kam es im Dezember 1946 zur Einrichtung des Landesministeriums für Volkswohlfahrt, das kurze Zeit später in Ministerium für Wohlfahrt und Gesundheit umbenannt wurde. Mit der Angliederung dieses Ministeriums für Wohlfahrt und Gesundheit an das Ministerium für Umsiedlung und Aufbau durch Erlass des Ministerpräsidenten vom 10.3.1949 erfolgte die Bildung des - jetzt auch so benannten - Sozialministeriums. Mit gleichem Erlass wurde das Gesundheitswesen vorübergehend und zunächst vertretungsweise dem Innenministerium unterstellt; zur Rückgliederung der Gesundheitsabteilung ins Sozialministerium kam es jedoch erst am 14.6.1971. Die Behördenbezeichnung wechselte in den Jahrzehnten zwischen 1949 und 1995 immer wieder zwischen dem zusammenfassenden Begriff Sozialministerium und einer differenzierenden Zuständigkeitsbezeichnung. Nachdem im September 1950 durch Kabinettsbeschluss die Abteilung Arbeit in das jetzt als "Ministerium für Arbeit, Soziales und Vertriebene" benannte Haus eingezogen war, blieb die Organisationsstruktur bis in die frühen Siebzigerjahre relativ stabil. Einen größeren Einschnitt bildete erst die am 14.6.1971 veranlasste Ausgliederung des Bau- und Wohnungswesens in das Innenministerium und die gleichzeitige Übernahme der Gesundheitsabteilung von dort. Zum Jahreswechsel 1978/79 wurde die ursprünglich als Landesentschädigungsamt beim Finanzministerium ressortierende Behörde für Wiedergutmachung in das Sozialministerium integriert.

Bestandsgeschichte

Der im Landesarchiv überlieferte Aktenbestand des Sozialministeriums wurde zum größten Teil im Rahmen eines umfassenden Aussonderungsprojektes zwischen 1993 und 1996 übernommen. Zeitlicher Angelpunkt war dabei der im Herbst 1994 durchgeführte Umzug des Sozialministeriums in sein neues Gebäude an der Hörn, was Anlass zu einer umfassenden Sichtung der in den Kellern des alten Dienstgebäudes in der Brunswiker Straße noch erhaltenen Altregistraturen war. Das neue Ordnungssystem ist angelehnt an die Organisationsstruktur der Abteilungen unter zusammenfassender Berücksichtigung der im Laufe der Zeit erfolgten Aufgabenverschiebungen.

Summarische Angaben zum Inhalt

Ministerbüro; Staatssekretärbüro; Organisations-, Liegenschafts- und Personalangelegenheiten; Arbeitsmarkt; Arbeitsrecht; Sozialversicherung; Angelegenheiten der Gastarbeiter; Technischer und sozialer Arbeitsschutz; Arbeitsmedizin; Energie einschließlich Kernenergie und Reaktorsicherheit; Siedlungsplanung; Bau- und Wohnungswesen; Krankenhausplanung und -aufsicht; Psychiatrie und Drogenbekämpfung; Krankenpflegewesen; Gesundheitsförderung und Seuchenbekämpfung; Lebensmittelüberwachung; Apotheken- und Arzneimittelwesen; Kammern und Ärzte; Fürsorge und Sozialhilfe; Familienangelegenheiten und Jugendpflege; Betreuung von Alten, Kranken und Behinderten; Angelegenheiten der Vertriebenen einschließlich Lageraufsicht; Evakuierung und Umsiedlung; Kriegsopferfürsorge; Entschädigung von NS-Verfolgten; Zonengrenze, Häftlingshilfe und Notaufnahme aus der SBZ; Förderung der Vertriebenenverbände und ostdeutsche Kulturarbeit; Spätaussiedler und Asylbewerber.

Umfang 754 lfm | Laufzeit 1865, 1945-1998

Hinweis auf andere Bestände

Einzelfälle der Kriegsopferversorgung sind auch bei den Versorgungsämtern überliefert (Abt. 765).