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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Landesverwaltung seit 1946

Abt. 765: Versorgungsämter

Geschichte

Die Versorgungsämter sind zuständig für die Anerkennung und Gewährung von Ansprüchen nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG) von 1950 und dem Bundesseuchengesetz von 1961. Anspruchsberechtigt sind danach alle Personen, die eine gesundheitliche Schädigung durch eine militärische oder militärähnliche Dienstverrichtung (BVG) oder durch eine gesetzlich vorgeschriebene Schutzimpfung (Bundesseuchengesetz) erlitten haben. Die Versorgung kriegsbeschädigter Soldaten und ihrer Hinterbliebenen durch Gewährung von Sachleistungen, Unterbringung im Staatsdienst und durch Geldleistungen wurde im Kaiserreich auf dem Militärpensionsgesetz des Jahres 1871 begründet. Das Versorgungsverfahren spielte sich bis 1918 ausschließlich vor militärischen Dienststellen ab. Nach 1918 wurden beim Kriegsministerium, später beim Reichsarbeitministerium angesiedelte Versorgungsämter zur Abwicklung der großen Zahl von Versorgungsanträgen der Kriegsteilnehmer eingerichtet. Damit verlagerte sich die Versorgung vom militärischen Bereich in den Arbeits- und Sozialbereich. Nach 1933 kam es in der Provinz Schleswig-Holstein nach mehrfachen Umstrukturierungen zu einer zahlenmäßigen Reduzierung der Versorgungsämter auf drei, die in Kiel, Flensburg und Altona ansässig waren. Sie unterstanden bis zu ihrer Auflösung nach dem Kriegsende im Jahre 1945 dem Hauptversorgungsamt Niedersachsen-Nordmark in Hannover-Linden. Die seit dem Kriegsende unterbrochene reichseinheitliche Kriegsopferversorgung wurde durch das Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges (BVG) vom 20.12.1950 wieder aufgenommen. Das Land Schleswig-Holstein kam der Pflicht zur Errichtung von Versorgungsbehörden mit der Eröffnung des Landesversorgungsamtes Neumünster am 19. September 1951 nach. Dem neu gegründeten Landesversorgungsamt Neumünster wurden die Versorgungsärztliche Untersuchungsstelle Neumünster, die Orthopädische Versorgungsstelle Neumünster und die fünf Versorgungsämter in Flensburg, Heide, Kiel, Lübeck und Schleswig unterstellt.

Bestandsgeschichte

Eine umfangreiche Musterüberlieferung insbesondere mit Einzelfallakten über Kriegsbeschädigte des 2. Weltkrieges wurde aus den Beständen des Versorgungsamts Schleswig gebildet. Das Versorgungsamt Schleswig hat über die übliche regionale Zuständigkeit hinaus eine zentrale Zuständigkeit für die skandinavischen und nordosteuropäischen SS-Freiwilligen. Überliefert sind außerdem wenige Akten des Versorgungsamts Flensburg.

Umfang 48 lfm | Laufzeit 1884-1991

Abt. 765.1: Flensburg

Organisation des inneren Dienstes; Versorgungsakten.

1910-1963


Abt. 765.5: Schleswig

Innerer Dienst; Liegenschaft des Versorgungsamtes; Personal; Ärztlicher Dienst; Statistik; Versorgungsakten zu allen Versorgungsansprüchen nach dem Bundesversorgungs- und dem Bundesseuchengesetz; Versorgungsakten der nordosteuropäischen SS-Freiwilligen.

1884-1991