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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Landesverwaltung seit 1946

Abt. 769: Gewerbeaufsichtsämter

Geschichte

Zur Vorgeschichte der Gewerbeaufsichtsämter gehören die Bemühungen in Preußen, Kinderarbeit in Bergbau und Industrie einzudämmen sowie die Arbeitssicherheit zu erhöhen. Die Gewerbeverordnung vom 9. Februar 1849 legte die Überwachung der Arbeitssicherheit in die Hände von Fabrikinspektoren. Diese waren die Vorgänger der späteren Gewerberäte. Erste länderübergreifende Arbeitsschutzvorschriften enthielt die Neufassung der Reichsgewerbeordnung vom 21. Juni 1869. Mit ihrer Novellierung im Jahre 1878 wurden für einzelne Gewerbezweige verbindliche Betriebsschutzauflagen festgelegt, und die Beschäftigung von Frauen und Jugendlichen in Fabriken wurde beschränkt. Technische Räte in den Provinzialregierungen hatten die Einhaltung der Gewerbeordnung zu kontrollieren. Zum 1. April 1893 wurde die praktische Durchführung der Gewerbeaufsicht aus den Provinzialregierungen ausgegliedert. Für die Provinz Schleswig-Holstein übernahmen Gewerberäte in den vier neu eingerichteten Gewerbeaufsichtsbezirken Schleswig, Flensburg, Neumünster und Altona die Durchführung der Gewerbeinspektionen und die Aufsicht über Dampfkesselanlagen vor Ort. Die Dienstaufsicht lag bei den technischen Räten in der Provinzialregierung. Im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes fasste man die damaligen Gewerbeaufsichtsämter in Altona, Flensburg, Kiel, Neumünster, Itzehoe, Schleswig und Wandsbek zum 1. Juli 1937 zu drei Großämtern mit Sitz in Kiel, Lübeck und Schleswig zusammen. Mit dem Aufbau einer schleswig-holsteinischen Landesverwaltung nach Kriegsende wurde die Gewerbeaufsicht im Jahr 1947 als Abteilung Arbeitsschutz innerhalb der Hauptabteilung Arbeit zunächst in das Ministerium für Arbeit, Wirtschaft und Verkehr, im September 1950 dann in das neu gebildete Ministerium für Arbeit, Soziales und Vertriebene eingegliedert. Die drei dem Ministerium unterstellten Gewerbeaufsichtsämter blieben zunächst unverändert in der Organisationsform des Jahres 1937 bestehen. Zum 1. August 1958 trat ein neues Gewerbeaufsichtsamt in Itzehoe hinzu. Alle vier Gewerbeaufsichtsämter wurden zum 1. Januar 1998 aufgelöst und zusammen mit der Arzneimittelüberwachungsstelle und dem Landesamt für Gesundheitsberufe in das als Landesoberbehörde neu errichtete Landesamt für Gesundheit und Arbeitssicherheit in Kiel überführt. Die Standorte in Itzehoe und Lübeck blieben als unselbstständige Außenstellen erhalten.

Bestandsgeschichte

Die Überlieferung der einzelnen Ämter ist sehr unterschiedlich. Für die Zeit von der Verselbstständigung der Gewerbeaufsichtsämter im Jahr 1893 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ist ein relativ geschlossener Aktenkorpus lediglich im Bestand des Gewerbeaufsichtsamts Schleswig vorhanden, während Gewerbeaufsichtsakten aus den anderen Bezirken vorwiegend im Bestand der Regierung zu Schleswig überliefert sind.

Hinweis auf andere Bestände

Gewerbeaufsichtsakten finden sich auch im Bestand der Regierung zu Schleswig (Abt. 309; siehe Bestandsgruppe "Preußische Verwaltung").

zu den Unterabteilungen
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Abt. 769.1: Itzehoe

Betriebsakten zum technischen und sozialen Arbeitsschutz.

4 lfm

1945-1998


Abt. 769.2: Lübeck

Gesetze und Vorschriften; Organisation; Statistiken und Tätigkeitsberichte; Haushaltsangelegenheiten; Personalia; Betriebsakten zum technischen und sozialen Arbeitsschutz.

5 lfm

1927-1994


Abt. 769.4: Schleswig

Gesetze und Vorschriften; Organisation; Statistiken und Tätigkeitsberichte; Haushaltsangelegenheiten; Personalia; Kinder- und Jugendarbeit; Kriegsbeschädigte und andere spezielle Gruppen; Betriebsakten zum technischen und sozialen Arbeitsschutz.

15 lfm

1893-1994