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Landesarchiv Schleswig-Holstein
Beständeübersicht

Landesverwaltung seit 1946

Abt. 852: Landesjugendheime

Geschichte

In Schleswig-Holstein wurden nach Ende des Zweiten Weltkriegs ergänzend zu dem bereits seit 1927 betriebenen Landesjugendheim in Selent sieben neue Heime zur Durchführung der sogenannten Fürsorgeerziehung eingerichtet. Die Standorte dieser Heime waren Alt Bülk, Glückstadt, Großenbrode, Heiligenstedten, Nütschau, Oelixdorf und Schleswig. Neben diesen Heimen gab es außerdem eine Reihe von Einrichtungen in freier Trägerschaft, die je nach Bedarf ebenfalls für Zwecke der Fürsorgeerziehung genutzt wurden.

Bestandsgeschichte

Der Bestand ist nach den einzelnen Landesfürsorgeheimen als Unterprovenienzen geordnet. Eine umfangreiche Überlieferung liegt aus den längerfristig bestehenden fünf Landesfürsorgeheimen in Glückstadt, Heiligenstedten, Oelixdorf, Selent und Schleswig vor. Aus den Heimen, die lediglich in den Jahren von 1947 bis 1951 kurzfristig genutzt wurden, sind nur vereinzelte Splitter erhalten.

Hinweis auf andere Bestände

Das 1951 neu errichtete Landesfürsorgeheim in Glückstadt wurde in der dort bereits 1874 gegründeten Korrektionsanstalt untergebracht. Die nach 1951 entstandenen Unterlagen befinden sich daher in Abt. 372 (siehe Bestandsgruppe "Preußische Verwaltung").

Abt. 852.1: Landesjugendheim Heiligenstedten

Das Landesjugendheim Heiligenstedten wurde in dem 1926 von der Familie Blome erworbenen Schloss Heiligenstedten eingerichtet. Bis 1939 wurde das Haus als Heim für schwer erziehbare Jugendliche genutzt. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde es vorübergehend zum Lazarett umfunktioniert, diente aber während des Krieges wieder als Erziehungsheim. Nach Kriegsende nahm es, wie viele andere Landschlösser in Schleswig-Holstein, Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten auf, bevor 1958 dort ein Altersheim untergebracht wurde.

Verwaltungs- und Bewirtschaftungsakten; Fürsorgeerziehungsakten.

11 lfm

1931-1970


Abt. 852.2: Landesjugendheim Oelixdorf

Das Landesjugendheim Oelixdorf wurde 1966 in dem zuvor von der Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein als Lungenheilstätte genutzten "Haus Kaiserberg" eingerichtet. Dieses Landesjugendheim diente bis 1981 als Außenstelle des Landesjugendheims Selent zur geschlossenen Unterbringung von Mädchen und jungen Frauen.

Fürsorgeerziehungsakten.

14 lfm

1956-1992


Abt. 852.3: Landesjugendheim Schleswig

Das Landesjugendheim Schleswig wurde 1952 in einem 1851 gebauten Reservelazarett untergebracht. Dieses Landesjugendheim war zunächst ein offenes Jungenheim, das 1977/78 um eine geschlossene sonderpädagogische Abteilung zur Abwendung von Untersuchungshaft und Haft erweitert wurde. Das Landesjugendheim Schleswig bestand bis 1993.

Fürsorgeerziehungsakten.

49 lfm

1930-1977


Abt. 852.4: Landesjugendheim Selent

Das Landesjugendheim Selent nahm 1927 in der von der Familie Blome erworbenen Blomenburg bei Selent seinen Betrieb auf. Die Provinzialverwaltung brachte dort - wie auch in Heiligenstedten - zentral die bis dahin auf mehr als fünfzig Heime und Anstalten in unterschiedlicher Trägerschaft verteilten sogenannten Fürsorgezöglinge unter. Mit einer kurzen Unterbrechung in der Zeit von 1933 bis 1936 bestand das Landesjugendheim Selent bis 1993, ab 1975 als offenes Mädchenheim. Dem Landesjugendheim Selent war das Landesjugendheim in Oelixdorf als Außenstelle angegliedert. Nach der Schließung der Außenstelle Oelixdorf im Jahr 1981 erhielt Selent eine geschlossene sonderpädagogische Abteilung zur Abwendung von Untersuchungshaft und Haft mit sechzehn Plätzen.

Fürsorgeerziehungsakten.

61 lfm

1923-1991


Abt. 852.5: Sonstige Jugend- und Kinderheime

Fürsorgeerziehungsakten aus verschiedenen Heimen.

1 lfm

1936-1969